Keine Gen-Pflanzen auf den Acker
fordern daher Greenpeace-Aktivisten zusammen mit Bauern der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) heute morgen in einer Protestaktion vor der Zentrale von Bayer in Leverkusen. Die Landwirte werfen dem Gentechnik-Konzern vor, dass sich seine Gen-Pflanzen unkontrolliert ausbreiten.
Die Umfrage ist eindeutig. Die große Mehrheit der deutschen Bauern will die Gentechnik weder auf dem Acker noch im Futtertrog
, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Sprecherin von Greenpeace. An dem Protest beteiligen sich auch Öko-Farmer aus Kanada, deren Existenz von der unkontrollierten Ausbreitung der Gen-Pflanzen auf ihre Felder und von verunreinigtem Saatgut besonders bedroht ist.
Von 12. 6. bis 4. 7. 2002 befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut 1031 Landwirte aus dem gesamten Bundesgebiet nach ihrer Einstellung zur Gentechnik in der Landwirtschaft. Die Ablehnung der Gentechnik bei deutschen Landwirten bleibt unverändert hoch: Bereits vor fünf Jahren wollten laut einer Emnid-Umfrage 70 Prozent der deutschen Landwirte kein Gen-Saatgut anbauen. Dennoch wollen Gentech-Konzerne wie Bayer den Bauern und Verbrauchern die Gen-Pflanzen unterjubeln
, erklärt Brendel.
Welchen Schaden die unkontrollierte Ausbreitung der Gen-Saat anrichtet, lässt sich in Kanada verfolgen: Dort wachsen bereits auf über der Hälfte aller Raps-Felder Gen-Pflanzen, die sich über Pollenflug ausbreiten. Die Öko-Farmer können nicht mehr garantieren, dass ihr Raps frei ist von Gentechnik. Da sie ihn so nicht mehr als Öko-Ware verkaufen können, waren sie genötigt, den Anbau aufzugeben. Die Farmer aus dem kanadischen Bundesstaat Saskatchewan, mit denen Greenpeace heute morgen eine fast fünf Meter hohe Anklagebank vor dem Bayer-Gebäude aufgebaut hat, haben Bayer/Aventis und Monsanto daher auf Schadensersatz verklagt. So weit darf es in Deutschland nicht kommen
, fordert Brendel. Wird die Gentechnik im großen Stil angebaut, kann niemand verhindern, dass sich Gen-Pflanzen ausbreiten. Daher haben Risiko-Pflanzen von Bayer nichts auf dem Acker verloren.
Damit sich Firmen in Zukunft nicht mehr aus der Verantwortung ziehen können, fordert Greenpeace, auf dem UN-Weltgipfel vom 26.8. bis 4. 9. 2002 in Johannesburg Grundlagen für ein internationales Haftungsrecht zu legen. Selbstverpflichtungen der Industrie reichen nicht aus. Im Fall der kanadischen Bauern heißt das: Finanzielle Schäden, die den Bauern durch die Ausbreitung der Gen-Pflanzen entstehen, müssen die Saatgut-Konzerne tragen.
Internet:
Greenpeace-Gentechnikseiten
www.saskorganic.org
www.abl-ev.de (http://www.saskorganic.org)