
NK603 ist ein Mais der US-amerikanischen Firma Monsanto, der in Europa als Lebens- und Futtermittel zugelassen ist. Er kann somit beispielsweise als Stärke, Öl oder Maismehl auf den Lebensmittelmarkt gelangen. Seit 2004 liegt zudem in der EU ein Antrag auf Anbau vor, über den bis heute aber nicht entschieden wurde.
Seralini führte den Versuch bei 200 Ratten durch. Eine Gruppe der Ratten wurde direkt mit unbehandeltem Gen-Mais gefüttert. Eine zweite Gruppe bekam Gen-Mais, der zuvor mit dem Pestizid Roundup behandelt wurde, ebenfalls ein Produkt von Monsanto. Eine dritte Rattengruppe erhielt herkömmlichen Mais, der auch mit Roundup besprüht wurde. In der ersten und zweiten Gruppe kam es zu signifikant höheren Todeszahlen als bei den Tieren in der Vergleichsgruppe. Mehr zur Studie.
Gentechnik ist und bleibt eine Risikotechnolgie. Die neue Studie zeigt, dass die jahrelang praktizierte Sicherheitsbewertung absolut ungenügend ist und bis heute keiner weiß, welche Auswirkungen Gen-Pflanzen tatsächlich auf die menschliche Gesundheit haben
, sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Gen-Pflanzen haben weder für den Verbraucher noch für die Landwirtschaft einen Mehrwert. Sie stellen einzig und allein ein unberechenbares Risiko dar. Deshalb sollten sie weder auf den Acker gelangen noch in unsere Lebensmittel. Die Europäische Kommission muss ein für alle mal einen Riegel vor Neuzulassungen schieben und ein Moratorium für Gen-Pflanzen erlassen.
Die Maissorte NK603 wurde gentechnisch verändert, um sie gegen das Spritzmittel Glyphosat tolerant zu machen, was allgemein als Roundup bezeichnet wird. Ökologische und gesundheitliche Auswirkungen dieses Spritzmittels sind stark umstritten. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern seit längerem eine Neubewertung. Denn der Einsatz dieses Totalherbizides steigt weltweit seit der Einführung von Gen-Pflanzen signifkant an.
Bereits 2007 gab er erste Anzeichen, dass der Gen-Mais NK603 möglicherweise gesundheitsgefährdend ist. Damals hatte Gilles Seralini bereits vorhandene Daten von Fütterungsstudien, die Monsanto selbst in Auftrag gegeben hatte, neu bewertet und in einem Report vorgestellt. Dort gab es bereits Hinweise auf Funktionsveränderungen bei Nieren, Gehirn, Herz und Leber der Ratten.
Im Prinzip müssten Gen-Lebensmittel wie Medikamente getestet werden. Das würde unzählige Tierversuche bedeuten, was absolut nicht hinnehmbar ist
, sagt Töwe. Gen-Pflanzen machen bereits auf dem Acker große Probleme. Beim Anbau werden viele Agrargifte eingesetzt, die Artenvielfalt zerstört sowie die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet.
Ein Großteil der angebauten Gen-Pflanzen landet im Futtertrog von Schwein, Rind und Huhn. Unbemerkt vom Verbraucher, denn tierische Produkte wie Eier, Fleisch und Milch müssen nicht gekennezeichnet werden, wenn z.B. Gen-Mais oder Gen-Soja verfüttert wurde. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage vom Juni 2012 lehnen 83 Prozent der deutschen Verbraucher Gentechnik im Essen ab.
Wer den riskanten Anbau von Gen-Pflanzen nicht fördern will und keine Gen-Pflanzen im Essen möchte, sollte auf Bio-Produkte zurückgreifen oder auf das Siegel Ohne Gentechnik beim Einkauf achten. Der neue Greenpeace-Ratgeber Essen ohne Gentechnik gibt zudem einen Überblick, welche Supermärkte bei der Produktion ihrer tierischen Eigenmarken bereits auf Gen-Pflanzen verzichten und wem es egal ist.