
Die VWA kündigte ebenfalls an, die Kontrollrate von US-Frachtern zu erhöhen. Bislang wurde nur jedes zehnte Schiff aus den USA inspiziert, zukünftig soll es jedes vierte sein. Greenpeace begrüßt diesen Schritt. Denn dadurch steigt die Chance, dass kontaminierte Produkte nicht mehr in die Nahrungskette gelangen, wie es jetzt mit der Ladung der Pakrac geschehen ist.
Die Pakrac-Ladung ist nur die Spitze des Eisberges
, warnt Myrto Pispini, Gentechnikexpertin von Greenpeace International. Bei der derzeit gängigen lückenhaften Kontrolle können sehr viel mehr Schiffsladungen mit Gentechnik verseuchten Gütern in die EU gelangt sein. Alle Importe von US-Mais und landwirtschaftlichen Produkten, die im Verdacht stehen gentechnisch kontaminiert zu sein, müssen sofort gestoppt werden. Solange bis die EU ein System eingerichtet hat, womit sichergestellt ist, dass Verbraucher, Bauern und die Umwelt vor den Risiken von unerwünschtem Gen-Food und Gen-Futter geschützt sind.
Wie weit der Weg bis dahin noch ist, macht der Versuch der VWA deutlich, jetzt das Gen-Maisgluten zurückzurufen. Denn der Rückruf gilt nur für den Teil der Pakrac-Ladung, der noch nicht verarbeitet wurde. Tierfutter und Nahrungsmittel, die das verschmutzte Maisgluten schon enthalten und auf dem Markt sind, werden nicht gesperrt. Als Begründung liefert die Behörde die unsinnige Auskunft: Die Zulassung des Herculex-Mais in der EU stehe unmittelbar bevor, von ihm gehe keine Gefahr aus.
Pispini weist darauf hin, dass es sich nach derzeit gültigem Recht um einen illegalen Import von unzugelassenem Gen-Mais handelt. Deswegen müssen auch die dafür vorgesehenen Maßnahmen ergriffen werden. Das heißt, dass die vollständige Menge an verseuchtem Gut eingesammelt und vernichtet oder an den Absender zurückgeschickt werden muss.