
Dieser massive juristische Aufwand lässt erahnen, für wie heikel Monsanto die Studie selbst erachtet. Greenpeace hatte die Herausgabe der Akten verlangt, nachdem bekannt geworden war, dass bei den Tieren Veränderungen im Blutbild aufgetreten waren. Die Studien hatte der Konzern im Rahmen von EU-Zulassungsverfahren vorgelegt. Im Juni 2005 erhielt Greenpeace die Unterlagen. Unabhängige Gutachter stellten draufhin erhebliche Mängel bei der Auswertung der Fütterungsdaten fest. Der Gen-Mais, der ein Insektengift produziert, wurde von der Europäischen Kommission dennoch für die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln zugelassen.
Das Gericht wies nun die Klage von Monsanto unter anderem mit der Begründung zurück, dass von der Gentechnik ein besonders hohes potenzielles Risiko ausgehe. Deswegen müsse der öffentliche Zugang zu Akten gewährt werden, die für die Risikobewertung wichtig sind. Für die Richter scheint der Fall damit abgeschlossen zu sein, sie schlossen eine Berufung aus.
Das war nun schon der dritte Versuch von Monsanto, die Herausgabe zu verhindern
, sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. Offensichtlich hat das Unternehmen etwas zu verbergen. Greenpeace wird sich auch weiterhin dafür stark machen, alle relevanten Informationen zugänglich zu machen. Das Gericht hat im Interesse der Verbraucher und der Umwelt entschieden und deren Anliegen klar über das Interesse des Konzerns gestellt.