Ihr Fazit: Der Anbau der Gen-Pflanze hat sich katastrophal ausgewirkt, sowohl wirtschaftlich als auch in Hinblick auf die Umwelt. Weil Kunden in überseeischen Absatzmärkten keine Gentechnik essen wollten, fiel der Verkaufspreis für Gen-Papaya auf 40 Prozent unter die Produktionskosten. Mit Öko-Papaya erzielen Landwirte einen um 600 Prozent höheren Preis als für Gen-Papaya gezahlt wird.
Mit der Zulassung von Gen-Papaya wollte man das Ringspot-Virus-Problem aus der Welt schaffen. Doch keine fünf Jahre nach der Einführung der genmanipulierten Pflanzen berichten die Forscher nun, dass sich andere Pflanzenviren und -pilze ausbreiten, weil die Gen-Pflanzen ihnen keine Abwehrkräfte mehr entgegenzusetzen haben. Folge: Landwirte, die Gen-Papaya anbauen, müssen alle zehn Tage zur chemischen Keule greifen und versprühen große Mengen an Fungiziden.
Wenig verlockend klangen auch Schilderungen der wirtschaftlichen Falle, die mit dem Anbau der Gen-Papaya zuschnappte. Da bis zu 20 US- und internationale Patente mit der Gen-Papaya verknüpft sind, begaben sich die Farmer in die Abhängigkeit der Gentechnik-Konzerne. Das bedeutete eine drastische Umstellung der landwirtschaftlichen Praxis. Papaya-Samen durften nicht mehr für eine spätere Aussaat aufgehoben oder mit anderen Farmern getauscht werden.
Zugleich mussten Landwirte, deren herkömmliche Pflanzen mit Gen-Pollen durch den Wind bestäubt worden waren, damit rechnen, gerichtlich belangt zu werden. Den hawaiischen Bauern platzte der Kragen, als vor drei Jahren auf den Inseln alle herkömmlichen Papaya-Bäume vernichtet werden sollten. Es formierte sich Widerstand und die Papaya Freedom Fighters wurden gegründet. (mir)