
Greenpeace hat besonders schwere Bedenken gegen die Zulassung von MON863
, sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace. Es ist bekannt, dass dieser Gen-Mais bei Ratten Gesundheitsschäden verursacht hat. Der Prozess der Zulassung von MON863 zeigt außerdem exemplarisch die Unzulänglichkeiten dieses Verfahrens in der EU. Die Europäische Kommission ignorierte eigene Richtlinien und gesetzliche Grundlagen und offenbarte ein inakzeptables Verständnis für den demokratischen Prozess. Es mangelte an Transparenz. Und bei der Risikobewertung wurde das Vorsorgeprinzip völlig außer Acht gelassen.
Hintergrund: Es hat mehr als ein Jahr gedauert, bis Greenpeace die Studie zu den Ratten-Fütterungsversuchen in die Hand bekam. Sie war von Monsanto als vertrauliche Betriebsinformation
qualifiziert worden und wurde erst im Juni 2005 nach einem Gerichtsurteil herausgerückt. Die Studie zeigte alles andere als die Unbedenklichkeit des Gen-Maises MON863. Unabhängige Wissenschaftler warnten, doch die EU-Kommission und die zuständige EU-Nahrungsmittelbehörde gingen darauf nicht ein. Wenigstens bei den Gesundheitsschäden der Ratten hätte man sich durch weitere Untersuchungen Klarheit verschaffen müssen.