Christoph Then, Gentechnik-Experte bei Greenpeace, warnt davor, das Baumwoll-Beispiel aus China zu überschätzen: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Gift in den Gen-Pflanzen bei den Insekten keine Wirkung mehr zeigt, weil sie dagegen resistent geworden sind. Pestizd-Reduktionsprogramme und der ökologische Anbau der Baumwolle sind hier der sinnvollere Weg.
Then kritisiert: Der Einsatz von genmanipulierten Pflanzen zur Hungerbekämpfung, die falsche Strategie. In den armen Ländern fehlen die Kapazitäten, um den Anbau und die Ausbreitung von Gen-Pflanzen zu kontrollieren. In den Zentren der biologischen Vielfalt kann das zu einer ökologischen Katastrophe führen. In vielen Fällen wird das Hunger-Argument auch nur vorgeschoben, um die Akzeptanz bei den europäischen Verbrauchern zu erhöhen. Dabei geht es hier um handfeste wirtschaftliche Interessen, nicht um Engagement für die Armen. Wenn man den Hunger wirklich bekämpfen will, gibt es wesentlich einfachere und wirkungsvollere Maßnahmen, als den Einsatz einer Technologie deren negative Auswirkungen für die Umwelt niemand kontrollieren kann.
Und erstaunlicherweise gibt die FAO ihm Recht: In dem Report wird zugegeben, dass sich die Forscher über die langfristigen Gefahren der Gentechnik für die Umwelt durchaus nicht einig seien. Den Konzernen, die gegenwärtig Gen-Pflanzen produzieren und vermarkten, stellt der FAO-Bericht einen Tadel aus: Bis heute habe sich die Gentechnik-Industrie viel zu wenig mit Nutzpflanzen befasst, die gerade in den armen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln gehören wie beispielsweise bestimmte Hirsesorten.