
Erst im April hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Risikobewertung veröffentlicht. Die Behörde sieht einen berechtigten Grund zu der Annahme, dass der Gen-Mais eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Es handelt sich um MON810 des US-Gentechnikgiganten Monsanto. Er wurde so genmanipuliert, dass er ein Gift produziert. Sollten die Pflanzen nun blühen, verteilen sich die giftigen Pollen mit dem Wind. So kann das Gift auch Nahrungspflanzen von Schmetterlingen, Bienen und anderen Tieren verseuchen.
Diese Entscheidung kommt keinen Tag zu früh. Dieser Gen-Mais wird voraussichtlich in den nächsten Tagen anfangen zu blühen. Der verantwortliche Landwirt muss jetzt seine Verzögerungstaktik aufgeben und den Gen-Mais sofort vernichten
, fordert Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace.
Bauer Piprek war bereits vor der Aussaat vom Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland der Anbau von Gen-Mais im Schutzgebiet untersagt worden. Dennoch brachte der Landwirt im Schutzgebiet und auf angrenzenden Flächen Gen-Mais aus. Der Landkreis verfügte daraufhin im Mai, dass die genmanipulierte Saat unverzüglich zu vernichten sei. Anstatt dieser Verfügung nachzukommen, versuchte der Gen-Bauer gerichtlich dagegen vorzugehen und so eine aufschiebende Wirkung zu erzielen.
Solche Fälle müssen von vornherein verhindert werden. Landwirtschaftsminister Seehofer muss daher bei der jetzt anstehenden Neufassung des Gentechnikgesetzes verankern, dass in und an Naturschutzgebieten grundsätzlich keine Gen-Pflanzen angebaut werden dürfen
, sagt Brendel.