Am Morgen noch hatten Greenpeace-Aktivisten gegen eine mögliche Zulassung demonstriert. In einem übergroßen Einkaufswagen schoben sie 800 Kilogramm Genmais vor das Tagungsgebäude der EU-Minister. Sie überbrachten den Ministern die klare Botschaft der Mehrheit der europäischen Verbraucher: Europa sagt Nein zu Genmais
.
Heute wäre eine klare Ablehnung des neuen genmanipulierten Maises notwendig gewesen
, sagt Gentechnik-Experte Henning Strodthoff. Doch Deutschland hat sich aus der Verantwortung gestohlen. Es reicht nicht aus, dass sich Minister lediglich ihrer Stimme enthalten, wenn es um die Marktzulassung von Gen-Mais in Europa geht.
Es ist zu erwarten, dass die EU-Kommission jetzt die Zulassung des Mais als Nahrungsmittel erteilen wird. Als Saatgut soll er nicht in den Handel kommen. Die Kommission verfolgt seit langem das Ende des de-facto Moratoriums, durch das seit Juni 1999 keine neue Gen-Pflanze in der EU zugelassen wurde. Darauf drängt auch die US-Regierung, die die EU deswegen vor der WTO verklagt hat.
Wir fordern von der Kommission, keine Zulassung zu erteilen
, sagt Strodthoff. Unabhängig von dieser Entscheidung können Verbraucher mit ihrem Kaufverhalten Gentechnik im Supermarkt vermeiden - auch Gen-Mais in Dosen.
Seit dem 19. April 2004 müssen gentechnisch modifizierte Produkte entsprechend gekennzeichnet sein.