
Die Greenpeacer tragen Mäuse-Masken und haben Transparente dabei mit dem Slogan: Gen-Food hat mich krank gemacht - Menschen dürfen nicht die nächsten sein!
Hintergrund der Aktion: Ein Fütterungsversuch mit Gen-Erbsen in Australien, bei dem die Mäuse Lungenentzündungen bekamen. Er wurde daraufhin Mitte November von der zuständigen Behörde abgebrochen.
Selbst Greenpeace hat die gesundheitlichen Risiken von Gen-Food bisher eher unterschätzt
, erklärt Then. Neueste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass es faktisch unmöglich ist, diese Risiken umfassend zu prüfen. Es ist mehr oder weniger Zufall, ob gesundheitliche Auswirkungen rechtzeitig entdeckt werden. Ein Zulassungsstopp für Gen-Saaten ist die einzig sinnvolle Konsequenz.
Die Ergebnisse einer internationalen Konferenz mit dem Titel Gen-Saaten - Das unterschätzte Risiko, die am Donnerstag in Frankfurt am Main stattgefunden hat, stützen die Greenpeace-Forderungen. Wissenschaftler aus Frankreich, Italien, der Schweiz und England stellten dort generelle Unwägbarkeiten im Umgang mit den Gen-Saaten fest und kritisierten die EU-Zulassungsverfahren als nicht ausreichend.
Professor Arpad Pusztai aus Ungarn, der bereits vor Jahren Fütterungsversuche mit den umstrittenen Gen-Erbsen durchgeführt hat, sagte in Frankfurt: Es ist wichtig, dass die Warnhinweise bei Gen-Pflanzen ernster genommen werden, besonders wenn die menschliche Gesundheit betroffen sein kann. Ein großes Problem ist, dass bisher keine anderen, langjährigen Studien wie in Australien durchgeführt wurden und dass keine Zulassungsbehörde auf der Welt solche Tests verlangt.
Für den europäischen Markt wurde bereits ein Gen-Mais als Futtermittel zugelassen, der im Tierversuch negative Auswirkungen bei Ratten gezeigt hat. Die Zulassung als menschliches Lebensmittel für den Gen-Mais der Firma Monsanto mit dem Kürzel MON863 steht unmittelbar bevor. Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace vom neuen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, in Brüssel ein deutliches Zeichen für mehr Schutz von Mensch und Umwelt und gegen die weitere Vermarktung von Gen-Saaten zu setzen.