
Brasilianisches Recht verbietet den Anbau von genetisch veränderten Organismen (GVOs) in Schutzgebieten und deren Umgebung. Dies ist ein Verbrechen an der Umwelt. Es verdeutlicht, was die GVO-Industrie von biologischer Sicherheit hält und welchen Respekt sie der Artenvielfalt entgegen bringt
sagt Mariana Paoli, Gen-Expertin bei Greenpeace.
Wir erwarten, dass die brasilianische Regierung den Fall untersucht, Syngenta zur Verantwortung zieht und das Versuchsfeld unverzüglich zerstört
, so Paoli. Der Gouverneur von Parana, Roberto Requião, hat bereits angeboten, das Feld abzubrennen. Zudem hat Brasiliens Umweltministerin Marina Silva angekündigt, dass der Fall strafrechtlich verfolgt werde.
Nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt tagen in Curitiba Vertreter aus 132 Nationen, um über ein UN-Protokoll zur biologischen Sicherheit zu beraten. Zur Debatte stehen internationale Standards für den Umgang mit Gen-Nahrungs- und Futtermitteln. Im Zusammenhang damit geht es auch um die Risiken von GVOs und deren Einfluss auf die Artenvielfalt.
Wichtigstes Detail des so genannten Cartagena-Protokoll: Lieferungen von Gen-Pflanzen sollen im Handel künftig eindeutig als solche ausgewiesen werden. Nur so kann verhindert werden, dass sich GVOs mit gentechnikfreien Organismen vermischen. Nachdem der lange unschlüssige Gastgeber Brasilien sich am Montag zu einer klaren Kennzeichnung bekannt hat, bedarf diese nur noch der Zustimmung Neuseelands, um verpflichtend zu werden.
Die Aktion der Bauern am 15.März fällt mit dem internationalen Verbrauchertag zusammen. Auch Sie als Verbraucher können sich für die Umwelt einsetzen: Nehmen Sie an der Greenpeace-Mitmachaktion teil und fordern den neuseeländischen Premierminister dazu auf, der eindeutigen Kennzeichnung von GVO-Ladungen zuzustimmen!
(Autor: Benjamin Borgerding)