
Hintergrund: Im Herbst 2007 wurden in Niederschsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1.500 Hektar Raps-Saatgut ausgesät. Diese waren unbeabsichtigt mit illegalem Gen-Raps verunreinigt worden. Der größte deutsche Anbauverband von Bio-Produkten Bioland fürchtete nun um die Reinheit der Erträge seiner Imker und Biolandwirte. Im Januar dieses Jahres reichte der Verband Klage ein. Jetzt muss das Gewerbeaufsichtsamt in Braunschweig alle niedersächsischen Gen-Rapsstandorte offenlegen.
Greenpeace als Unterstützer der Klage begrüßt die gestrige Entscheidung. Greenpeace-Experte Martin Hofstetter fordert: Alle Bundesländer müssen nun zum Schutz von Umwelt und Landwirten unverzüglich im Standortregister bekannt geben, wo mit GVO kontaminiertes Saatgut in den vergangenen Jahren ausgebracht worden ist.
Nur so kann der Anbau von Bio-Raps gewährleistet werden.
Bioland klagt allerdings weiter. In den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fordert der Anbauverband die Offenlegung weiterer Gen-Rapsstandorte. Abzuwarten bleibt, ob die Bundesländer angesichts des Scheiterns der Blockadepolitik in Niedersachsen auf langwierige und teure Gerichtsprozesse verzichten werden.