
FDP und CDU wollen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland ermöglichen - gegen den Willen eines großen Teils der Bevölkerung. Die große Mehrheit der Bundesbürger will keine Gen-Pflanzen auf dem Acker - auch nicht unter Schwarz-Gelb
, sagt Stefanie Hundsdorfer, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Sie fordert die Landwirtschaftsministerin auf, vor den Forderungen von FDP und CDU nicht einzuknicken.
Als Landwirtschaftsministerin der Großen Koalition hatte Ilse Aigner im April 2009 gegen den Widerstand der CDU ein nationales Anbauverbot des Gen-Maises Mon810 durchgesetzt. Dieses Verbot könnte jetzt kippen. In den laufenden Koalitionsverhandlungen haben sich CDU und FDP für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland ausgesprochen. Insbesondere die FDP beharrt darauf, dass der Gentechnik in der Landwirtschaft keine Grenzen gesetzt werden dürften, weder bei der Forschung noch beim Anbau.
Es genügt nicht, wenn die CSU nur in Bayern dem Anbau von Gen-Pflanzen den Riegel vorschiebt
, sagt Hundsdorfer. Einmal in der Natur freigesetzt verbreiten sich gentechnisch manipulierte Pflanzen unkontrolliert. Deshalb muss das deutschlandweite Anbauverbot für Gen-Mais bestehen bleiben. Auf EU-Ebene sollte die neue Bundesregierung zusätzlich gegen die Zulassung neuer Gen-Pflanzen stimmen.
Der Gen-Mais Mon810 ist bislang die einzige Gen-Pflanze, die in der EU zum kommerziellen Anbau genehmigt ist. Zulassungen für Gen-Pflanzen werden in Brüssel erteilt. In den nächsten Monaten stimmen die EU-Regierungen voraussichtlich über die Zulassung von neuen Gen-Pflanzen ab.