
Im Morgengrauen statten Greenpeace-Aktivisten Bauer Niehoff in Bütow einen weiteren Besuch ab. Dieses Mal ist nicht die Lagerhalle, sondern der Acker der Ort des Protests gegen genmanipulierte Pflanzen wie Amflora. Dort vergraben die 20 Aktivisten die gentechnikfreien Kartoffelarten Henriette und Eliane.
Wir wollen hier ein Zeichen für die gentechnikfreie Landwirtschaft setzen. Die Gen-Kartoffel Amflora ist riskant, veraltet und überflüssig,
sagt Martin Hofstetter, Agrarexperte von Greenpeace. Laboruntersuchungen ergeben, dass die Kartoffelsorten Henriette und Eliane für die Produktion von Papier und Baustoffen genauso geeignet sind wie die umstrittene Gen-Kartoffel. Sie bergen jedoch keine Risiken für Umwelt und menschliche Gesundheit.
Gesundheitliche Risiken sind bei der Gen-Kartoffel mit eingebautem Antibiotika-Resistenzgen eines der größten Probleme. Amflora kann dazu beitragen, dass bestimmte Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Einem Rechtsgutachten von Greenpeace zufolge dürfen nach der europäischen Freisetzungsrichtlinie keine Gen-Pflanzen mit Antibiotikaresistenzgenen in Umlauf gebracht werden. Der Anbau von Amflora verstößt damit gegen EU-Umweltrecht.
Solange die gesundheitlichen und ökologischen Risiken der Gen-Knolle nicht abgeklärt sind, stellt sie auch bei Anbau, Lagerung, Transport und Verarbeitung ein Problem dar. Für Landwirte und Lebensmittelindustrie bedeutet die Amflora nichts als Aufwand und Kosten. Eine gentechnikfreie Produktion erfordert streng getrennte Verarbeitungswege und umfangreiche Labortests. Die Zeche dafür zahlen Umwelt und Verbraucher und nicht die Gentechnik-Industrie
, weiß Hofstetter.
Die EU-Zulassung für Amflora sieht bereits eine gentechnische Verschmutzung von Lebensmitteln bis 0,9 Prozent vor. Möglicherweise weil es derzeit im deutschen Gentechnik-Gesetz noch keine Regelung für Feldabstände oder Haftungsbestimmungen für Gen-Kartoffeln gibt. Das macht es schwierig, Verstöße beim Umgang mit der heißen
Kartoffel zu kontrollieren. Die einzige Lösung ist, den Anbau von Amflora zu verbieten.
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Lesen Sie auch unseren Blogbeitrag Amflora: Mit dem Brecheisen aufs Feld und beteiligen Sie sich an der europaweiten Protestaktion.
Auf der Gen-Maiskarte können Sie sehen, wo in Deutschland jetzt oder in Zukunft Gen-Mais und Gen-Kartoffeln angebaut werden.