
Der neueste Monsanto-Bericht berücksichtigt viele Probleme überhaupt nicht.Unsere Untersuchungen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass Mon 810 ein Insektengift produziert, das in unberechenbaren Konzentrationen auf dem Acker zu finden ist. Dadurch werden nicht nur die Fressfeinde der Maispflanzen geschädigt, sondern auch wertvolle Bodenorganismen, Insekten und Schmetterlinge
, so Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.
Er kritisiert, dass vieles nicht ernsthaft untersucht worden sei und wichtige Informationen fehlten. Der Bericht ist ein schlechter Witz. Der Konzern stellt seinem Gen-Gewächs erneut ein erstklassiges Zeugnis aus. Erlaubt Ministerin Aigner auf Grundlage dieses mangelhaften Berichts den Anbau, macht sie sich in ihrem eigenen Fachbereich lächerlich.
Ein Anbau-Stopp nach dem Vorsorgeprinzip wäre aufgrund dieses Berichts ohne Probleme möglich.
Auch in Bayern sind einige Gen-Maisstandorte geplant. Davor haben Greenpeace-Aktivisten heute mit einem Horror-Genmais-Transparent am bayerischen Landtag (Maximilianeum) gewarnt. Sie forderten Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf, sich auch für ein bundesweites Anbauverbot für die Gen-Pflanze einzusetzen. In Bayern wehrt sich Seehofer gegen den Einsatz der grünen Gentechnik. Über den Anbau des Gen-Maises kann jedoch nur seine Parteifreundin, die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner entscheiden.
Martin Hofstetter wirft Seehofer Führungsschwäche vor: Agrarministerin Ilse Aigner ist nach Berlin geschickt worden, um dort die Interessen ihrer Partei zu vertreten. Doch sie traut sich nicht, die unerwünschte Gen-Saat zu verbieten. In Bayern gegen Gentechnik zu wettern, aber auf Bundesebene nichts gegen den Anbau zu tun, macht die CSU völlig unglaubwürdig.
Nach europäischen Recht können die Mitgliedsländer den Anbau von Gen-Mais verbieten. Frankreich, Ungarn, Österreich, Luxemburg und Griechenland haben ihr Veto-Recht bereits genutzt.