
Diese Pflanzen werden hauptsächlich als Futtermittel, im Fall der Baumwolle als textiler Rohstoff, verwendet. 80 Prozent der weltweiten Sojaernte wird zu Futtermitteln. Zudem werden Zutaten für die Lebensmittelherstellung aus Gen-Pflanzen gewonnen, wie zum Beispiel Maisstärke und Sojalecithin sowie Soja- und Raps-Öl.
Diese Zutaten finden häufig Verwendung in Fertigprodukten und Süßwaren. Auch in der EU ist ihre Verwendung als Lebens- und Futtermittel erlaubt. Seit 2007 wird in den USA zudem eine genmanipulierte Zuckerrübe angebaut. Die daraus gewonnen Produkte wie Zucker oder Rübenschnitzel dürfen auch in Europa als Lebens- und Futtermittel verwendet werden. In den USA wachsen außerdem genmanipulierte Papayas, Zucchinis und Kürbisse. Diese dürfen jedoch nicht in die EU importiert werden.
In Europa gibt es so gut wie keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Da diese entsprechend gekennzeichnet werden müssen, finden sie in der Regel nicht den Weg in die Supermärkte. Die Lebensmittelbranche hat erkannt, dass die meisten Verbraucher keine Gen-Pflanzen im Essen möchten. Nichtsdestotrotz tauchen hin und wieder Importprodukte aus den USA auf, z. B. Süßigkeiten wie Reeses Peanut Butter Cups oder Hershey Schokolade. Seit 2004 veröffentlicht Greenpeace eine Gen-Alarm-Liste im Internet. Die Liste entsteht durch die Zusammenarbeit mit Verbrauchern, die sich beim Fund eines Gen-Produktes an Greenpeace wenden.
Verbraucher erkennen gentechnisch veränderte Lebensmittel durch Hinweise wie "genetisch verändert" in der Zutatenliste. Nicht kennzeichnungspflichtig sind jedoch tierische Produkte wie Milch, Fleisch oder Eier, die von Tieren stammen, die mit genmanipulierten Pflanzen gefüttert wurden. Hier gibt es eine Gesetzeslücke. Wer wissen möchte, welche Firmen keine Gen-Pflanzen bei der Produktion tierischer Lebensmittel einsetzen, findet im Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik eine Übersicht.
Für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen und daraus hergestellter Lebensmittel schreibt die Europäische Union eine Risikoprüfung vor. Diese Prüfung wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgeführt. Die EFSA hat bisher jede Gen-Pflanze als sicher bewertet, auch wenn wissenschaftliche Studien das Gegenteil zeigten. Angesichts vieler Hinweise auf die Risiken von Gen-Pflanzen einerseits und den Mängeln in den Zulassungsprüfungen andererseits, können die daraus hergestellten Lebensmittel nicht als sicher bezeichnet werden. So stellten Wissenschaftler bei Fütterungsversuchen fest, dass zum Beispiel das Immunsystem der mit Gen-Mais gefütterten Mäuse geschwächt wurde.
Das Problem fängt allerdings schon viel früher an, nämlich auf dem Acker: In dem Moment, in dem Gen-Pflanzen angebaut werden, können sie sich über Pollenflug unkontrolliert verbreiten. Beim Anbau dieser Pflanzen werden zudem viele Agrargifte eingesetzt, die Artenvielfalt zerstört und die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet.
Akute Auswirkungen von Gen-Pflanzen auf die Gesundheit wie z. B. Giftigkeit oder das Auslösen allergischer Reaktionen sind möglich, aber über Tests weitgehend auszuschließen. Die Abschätzung von Langzeitfolgen gestaltet sich nicht nur schwieriger, sie findet in der Praxis auch kaum statt. Zudem fehlen Systeme zur Überwachung der möglichen Gesundheitseffekte von Gen-Food.
Die Mehrheit der Verbraucher lehnt Gen-Pflanzen in Lebensmitteln und Tierfutter ab. Die Bedenken sind berechtigt, denn die Verarbeitung gentechnisch veränderter Zutaten fördert den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen und somit die damit verbundenen Gefahren. Ob illegaler Gen-Reis, Gen-Leinsaat im Brot oder Gen-Raps im Honig: Lebensmittelskandale in der Vergangenheit zeigen, dass sich diese Risikotechnologie nicht kontrollieren lässt.
Weitere Infos finden Sie in unserem Hintergrund Gen-Food in Deutschland.
Was Sie tun können, erfahren Sie in Tipps für Verbraucher.