
Soja gehört zu den wichtigsten Pflanzen der Welternährung. Gentechnisch veränderte Sojabohnen wachsen weltweit auf 48,4 Millionen Hektar und nehmen damit 60 Prozent der Gesamtfläche ein, die für gentechnisch veränderten Pflanzen verwendet wird.
Deutschland importiert vor allem Sojabohnen aus den USA und Brasilien; hier werden sie in Ölmühlen verarbeitet. Dabei entstehen 80 Prozent Sojaschrot und 20 Prozent Sojaöl. Das Schrot wird als Tierfutter an Schweine, Geflügel und Kühe verfüttert. Das Öl wird zum Teil als Speiseöl verwendet. Im deutschen Einzelhandel tauchen diese Öle nicht auf: Produkte, die gentechnisch verändert und als solche gekennzeichnet sind, finden keinen Absatz bei Verbrauchern, die mehrheitlich Gentechnik im Essen ablehnen. Deshalb werden die Soja-Öle beispielsweise nach Osteuropa exportiert, da die Menschen dort weniger sensibilisiert gegenüber dem Thema Gentechnik sind. Oder sie werden in der deutschen Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt, wo es der Kunde nicht merkt.
Seit April 2004 ist in der EU eine neue Kennzeichnungsverordnung in Kraft. Bei Lebensmitteln, die Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten, muss im Verzeichnis der Zutaten der Hinweis stehen:genetisch verändert
oder aus genetisch verändertem [Bezeichnung der Zutat] hergestellt
.
Dies gilt nicht nur für die Produkte in den Regalen der Supermärkte. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft teilt mit, dass die EU-Kennzeichnungsverordnung unmittelbar vorschreibt, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel, die z. B. in Kantinen oder Gaststätten als Gemeinschaftsverpflegung abgegeben werden, zu kennzeichnen sind
.
Die Überwachung der Kennzeichnung ist Aufgabe der Bundesländer. Greenpeace fordert die Lebensmittelüberwachung der Bundesländer auf, die Gastronomiebranche zu informieren und das Einhalten der Kennzeichnungsverordnung zu kontrollieren. Verstöße gegen die Gesetzgebung müssen auch mit Sanktionen geahndet werden.
Weltweit ist genügend gentechnikfreie Ware vorhanden, um alle Menschen mit gentechnikfreien Lebensmitteln zu versorgen. Viele Hersteller von Speiseölen bieten gentechnikfreie Ware zu vergleichbaren Preisen an. Allerdings gibt es einige Firmen, die Gen-Öl verkaufen, ohne dass es eine nennenswerte Nachfrage von Gastronomen oder Verbrauchern gibt. Das sind zum Beispiel das Öl Sedina in der grünen Dose der Ölmühle Hamburg, das Pflanzenöl Brölio der Firma Broekelmann oder das Pflanzenöl der Firma Gerlicher.
Die Firma Sels Oel + Fett hat am 1.5.2005 aufgrund von Greenpeace-Protesten das genmanipulierte Soja-Öl der Marke Selsana aus dem Programm genommen und vertreibt nur noch gentechnikfreies Raps- und Sonnenblumenöl.
Wirte, die Gen-Öle einsetzen, ohne ihre Gäste zu informieren, können Schwierigkeiten bekommen. Denn wer gentechnisch veränderte Lebensmittel in Restaurants verarbeitet und anbietet, muss die Gäste darüber auf der Speisekarte informieren. Ein Verstoß gegen diese Kennzeichnungspflicht kann mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden.
Greenpeace fordert Gastwirte auf, ausschließlich gentechnikfreie Speiseöle zu verwenden, um den Anbau von Gen-Soja nicht zu unterstützen und dem Wunsch ihrer Kunden zu entprechen.
hergestellt aus genetisch veränderten Sojabohnenenthält. Die meisten Gastronomen haben kein Interesse daran, Gen-Öle einzusetzen. Einmal auf die Problematik aufmerksam gemacht, greifen sie gern zur gentechnikfreien Alternative. Denn schließlich ist der Gast ja König.
Das EinkaufsNetz ist die Verbraucherorganisation von Greenpeace. Hier können sich Verbraucher informieren und selbst aktiv werden für Produkte ohne Gift und Gentechnik.
Diesen Text finden Sie als Pdf-Dokument unter der Rubrik: Publikationen zum Thema