
Dennoch gibt es gentechnisch veränderte Pflanzen, die in Europa als Lebensmittel zugelassen sind: Mais, Soja, Raps, Baumwolle, Zuckerrübe, Reis und Kartoffel. Wären sie auf dem Markt, müssten sie gekennzeichnet sein - auch wenn sie als weiterverarbeitete Zutat zum Beispiel als Maisstärke in Backmischungen und Pudding auftauchen. Gekennzeichnete Gen-Produkte sind aber bislang nur sehr vereinzelt in Geschäften aufgetaucht. Welche Produkte und welche Läden das sind, erfahren Sie in der Liste Gen-Alarm.
Ein großes Problem hingegen stellt die Fütterung der Tiere dar, deren Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch wir essen. Tag für Tag wandern tonnenweise Gen-Pflanzen in die Futtertröge unserer Nutztiere. Und Verbraucher wissen von nichts, denn tierische Produkte müssen nicht gekennzeichnet werden. Abhilfe schafft unser Einkaufsratgeber Essen ohne Gentechnik. Er ermöglicht Ihnen eine schnelle Orientierung, welche Firmen bei der Fütterung der Tiere keine Gen-Pflanzen einsetzen und welche Firmen sich hartnäckig weigern, auf Gen-Futter zu verzichten.
Wer gentechnisch veränderte Pflanzen in Europa als Lebens- oder Futtermittel verwenden möchte, muss hierfür eine Zulassung beantragen - ein langer, aber wichtiger Prozess. Dazu gehört auch die Risikobewertung durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit), die - wie Greenpeace wiederholt bemängelt hat - nicht umfassend genug ist. Hat die EFSA ihr Okay gegeben, liegt die Entscheidung bei der EU.
Viele dieser zugelassenen Pflanzen dürfen nur importiert, aber nicht in Europa angebaut werden: Diverse Soja- und Maislininen, gentechnisch veränderte Zuckerrüben oder auch Baumwolle dürfen für die Verwendung als Lebens- und Futtermittel importiert werden - aber nicht in Europa auf den Acker gelangen.
Was in Europa angebaut werden darf, wird ebenfalls über Zulassungen geregelt. In Deutschland sind Mais und Kartoffeln für den Anbau zugelassen.
Und dann gibt es noch Pflanzen, die außerhalb der EU für den Anbau oder als Lebens- und Futtermittel zugelassen sind, in der EU aber nicht.
Wegen Sicherheitsbedenken ist der umstrittene Gen-Mais MON810 seit einigen Jahren in Ländern wie Frankreich, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Ungarn, Polen, Schweiz und Deutschland verboten. Die Zulassung ist zwar 2007 ausgelaufen, Monsanto beantragte aber bereits im April 2007 die Wiederzulassung. Nach EU-Recht darf der Mais weiter angebaut werden, bis eine Entscheidung vorliegt. Die EFSA hat die erneute Zulassung nun befürwortet, die Entscheidung der EU steht aber noch aus.