
Beim Mais handelt es sich um den Bt11 der Firma Syngenta und den 1507 der Konzerne Pioneer und Dow Agro Sciences. Beide Maissorten wurden so manipuliert, dass sie ein Gift, das sogenannte Bt-Gift, produzieren. Es soll den Schädling Maiszünzler töten. Dieses Gift allerdings gibt der Mais über sämtliche Pflanzenteile wie Kolben, Blätter, Wurzeln, Stängel und Pollen an die Umwelt ab.
Aus Untersuchungen des Gen-Maises Mon810 von Monsanto ist eine lange Liste von Tierarten bekannt, bei denen durch das Bt-Gift Schädigungen auftreten. Darunter sind Schnecken, Bienen, Wasserinsekten, Florfliegenlarven, Marienkäferlarven, Laufkäferlarven, Trauermückenlarven, Bodenorganismen und geschützte Schmetterlinge. Diese Beobachtungen haben dazu geführt, dass der Anbau des Gen-Maises seit April 2009 in Deutschland verboten ist.
Dessen ungeachtet stehen nun in Europa der Bt11 sowie der Mais 1507 vor der Zulassung. Greenpeace kritisiert, dass die bisherige Risikobewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unzureichend ist.
So haben die Firmen Pioneer und Syngenta zu den neuen Gen-Maissorten fast keine zusätzlichen Untersuchungen vorgelegt. Sie verweisen vor allem auf Daten, die an Mon810 erhoben wurden. Insbesondere für den Mais 1507 fehlen Daten über eine Gefährdung von Nichtzielorganismen fast vollständig.
Außerdem unterliefen der EFSA bei der Prüfung entscheidende Fehler - insbesondere bei der Risikobewertung der in den Maispflanzen produzierten Giftstoffe. Die EFSA geht davon aus, dass das von den Pflanzen produzierte Bt-Gift mit natürlich vorkommendem Bt-Gift gleichzusetzen sei.
Das natürliche Bt-Gift, so wie es beispielsweise in Sprays eingesetzt wird, ist ein Protoxin. Das heißt, dass es seine toxische Wirkung erst entfaltet, wenn es im Darm von Insekten durch entsprechende Enzyme abgebaut wird. Nicht alle Insekten haben dieses Enzym, so dass das natürliche Bt-Gift für diese Insekten unschädlich ist. Bt-Pflanzen hingegen bilden ein etwas anderes Gift: Das Protein ist bereits kleiner und wird als biologisch aktiver eingeschätzt. Dadurch kann es auch Lebewesen wie zum Beispiel Nützlinge schädigen, denen die natürliche Variante des Bt-Giftes nichts anhaben kann. Eine Untersuchung der Universität Aachen zeigte, dass die künstlich hergestellten Bt-Toxine sich auch in ihrer Giftigkeit unterscheiden.
Wechselwirkungen der Gifte untereinander wurden nicht untersucht und Schwankungen des Giftgehalts nicht berücksichtigt: Die Liste der nicht ausreichend untersuchten Risiken ließe sich mühelos fortsetzen.
Die Firma BASF in Ludwigshafen plant, in diesem Jahr die Gen-Kartoffel Amflora in großem Stil kommerziell in Deutschland anzubauen. Diese Kartoffel, deren hoher Stärkegehalt als Rohstoff für technische Produkte wie Kleister verwendet werden soll, gilt bereits als überholt. Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft haben ohne Genmanipulation eine Kartoffel mit ähnlich hohem Stärkegehalt entwickelt, die bereits angebaut wird.
Die völlig überflüssige Gen-Kartoffel birgt zudem Risiken: BASF hat der Amflora Gene für eine Antibiotika-Resistenz eingebaut. Es ist möglich, dass die Resistenz sich auf Bakterien überträgt und dadurch die Wirksamkeit von Antibiotika beim Menschen einschränkt. Die BASF hat die Zulassung nicht nur für Anbau und technische Verwertung beantragt, sondern auch für die Tierfütterung und Lebensmittel. Demnach rechnet auch die BASF damit, dass die Gen-Kartoffel in die Nahrungskette gelangen wird.
Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherministerin Ilse Aigner hat 2009 erlaubt, dass die Gen-Kartoffel in Mecklenburg-Vorpommern auf 20 Hektar - als Versuchsanbau deklariert - zur Pflanzgutvermehrung angebaut wurde. Aigner hat bereits angekündigt, nichts gegen die Zulassung zu unternehmen.
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