
Vor 62 Jahren, am 6. August, wurde eine Uran-Atombombe auf Hiroshima geworfen. Drei Tage später, am 9. August, eine Plutonium-Atombombe auf Nagasaki. Beides waren Massenvernichtungswaffen, die keinen Unterschied machten. Beide hatten die Zivilbevölkerung in den Städten zum Ziel. Beide verletzten eklatant das internationale Recht.
Unser Mitgefühl gehört nicht allein den Überlebenden, die am 6. und 9. August Angehörige verloren, sondern auch denen, deren Angehörige durch die Nachwirkungen der Bomben, wie den radioaktiven Fallout, starben. Insgesamt gibt es über 400.000 Tote zu beklagen. Aber auch am Leid der Menschen, die der radioaktiven Strahlung der Bomben ausgesetzt waren und verletzt wurden, nehmen wir Anteil.
Greenpeace wurde 1971 gegründet, um eine Welt ohne Atombomben zu schaffen. Die niemals zuvor gesehenen Tragödien von Hiroshima und Nagasaki führen uns noch heute vor Augen, welche Gräuel von Atombomben ausgeht. Sie fordern uns eindringlich auf, endlich alle Atomwaffen abzuschaffen, genauso wie Atomkraftwerke und das sogenannte Wiederaufbereiten von Plutonium.
Wir Japaner sind nicht nur Opfer des Krieges, sondern auch Täter, die 20 Millionen Opfer im pazifisch-asiatischen Raum forderten. Darunter die Toten und Verletzten der ersten totalen Luftangriffe auf die chinesischen Städte Nanking und Changqing. Das führte letztendlich zu den beiden Atombombenabwürfen der USA. Hiroshima und Nagasaki dürfen sich niemals wiederholen, nirgendwo auf der Welt. Krieg ist und wird niemals eine Antwort sein.
Die japanische Verfassung nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Schatztruhe, die eine Zukunft ohne Krieg vorsah. Soweit konnte es nur aufgrund der entsetzlichen Fehler kommen, die wir im pazifisch-asiatischen Raum begangen haben und unserer tragischen Erfahrung als Opfer zweier Atombomben. Der 9. Artikel der Verfassung, der auf ewig dem Krieg als Mittel für das Lösen von internationalen Auseinandersetzungen abschwor, war eine glänzende Perle in dieser Schatztruhe.
Aber sogar die Schätze der japanischen Verfassung, die wir über 60 Jahre hingebungsvoll gehütet haben, können entsorgt werden, wenn wir sie nicht beschützen und uns ihrer erinnern. Der gegenwärtige Premierminister hat sich öffentlich mit Unterstützung der Liberal-Demokratischen Regierungspartei, LDP, zum Ziel gesetzt, den 9. Artikel zu streichen. Somit könnte Japan wieder Krieg führen.
Zum 60. Jahrestag hatte Greenpeace eine gemeinschaftliche Erklärung veröffentlicht: Kein weiteres Hiroshima und Nagasaki, stoppt die Rokkasho-Wiederaufbereitungsanlage!
. Weltweit war sie von 28 Greenpeace-Geschäftsführern unterzeichnet worden. Das geschah am Hiroshima-Memorial-Day, um unser Streben nach Frieden zu bestärken.
Unsere Entschlossenheit zum friedlichen Zusammenleben wird nicht dadurch geschwächt, dass heutzutage die atomare und Kriegsbedrohung angestiegen ist. Wir werden mit aller Macht danach streben, eine Welt zu schaffen ohne die Gefahren des Atoms und ohne Kriegsdrohungen.