Ein vom Umweltprogramm der UN (UNEP) koordiniertes Pilotprojekt soll bereits im nächsten Monat starten. Allerdings beschränkt man sich zunächst auf fünf Stellen, wo Reste der Uran-Munition vermutet werden. Für dieses Projekt stellt die UNEP rund 2,5 Millionen Dollar zur Verfügung. Die von der UNEP eingearbeiteten Wissenschaftler werden eng mit der Post Conflict Assessment Unit der UNEP in Genf zusammenarbeiten.
Die von der UNEP eingeleiteten Maßnahmen sind natürlich prinzipiell positiv zu bewerten
, sagt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. Sie dürfen aber nicht dazu missbraucht werden, die Situation im Irak rosiger darzustellen als sie ist. Die Verseuchung durch radioaktive Munition und durch nicht ordnungsgemäß gelagerten und entsorgten radioaktiven Abfall ist riesig
.
Greenpeace hat sich im letzten Jahr selbst von der Situation vor Ort überzeugt und konnte einen kleinen Beitrag dadurch leisten, dass völlig ungesicherter strahlender Abfall eingesammelt und an die damalige US-Verwaltung übergeben wurde. Es handelte sich um Behälter für so genannten Yellow Cake aus der zerstörten Forschungsanlage in Tuweitha, die mangels Wissen von Ortsansässigen als Trinkwasserbehälter benutzt wurden. Wir haben die lokale Bevölkerung mit sauberen Behältern versorgt
, so Lohbeck.
Greenpeace fordert seit langem einen ungehinderten Zutritt für die UN, um die Situation vor Ort, auch in Tuweitha, überprüfen zu können und eine angemessene medizinische Versorgung der betroffenen Menschen zu ermöglichen
, sagt Lohbeck. Die Aktivität der UNEP ist durch die prekäre Sicherheitslage derzeit und wohl auf längere Sicht eingeschränkt. Schon deshalb ist eine umfassende Dokumentation im Moment unmöglich. Umso mehr muss darauf hingewiesen werden, dass nachsorgende Aktivitäten, wie jetzt die der UNEP, in keiner Weise die Zerstörung durch einen Krieg auch nur ansatzweise wieder gutmachen können.