Damit die Suche nicht so schwer fällt, haben am Donnerstag zehn Greenpeace-Aktivisten vor der amerikanischen Botschaft in Berlin eine acht Meter hohe Freiheitsstatue aufgebaut. Sie hält eine Landkarte der USA, auf der die Produktions- und Lagerstätten atomarer, chemischer und biologischer Massenvernichtungswaffen eingezeichnet sind. Genau die Waffen, die trotz mühevoller Suche im Irak nicht entdeckt werden konnten.
Bushs Worte von damals, es bestehe kein Zweifel daran, dass das irakische Regime weiterhin einige der tödlichsten Waffen, die je ersonnen wurden, besitzt und versteckt
offenbaren sich heute mehr denn je als bloßer Vorwand für den Angriff.
Diese Begründung war nichts weiter als eine zynische Manipulation der öffentlichen Meinung
, so Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. Der Krieg war schon lange beschlossene Sache.
Mit der Aktion in Berlin erinnert Greenpeace daran, dass es andere Länder sind, die einige der tödlichsten Waffen, die je ersonnen wurden
besitzen - allen voran die USA. Allein dort lagern etwa 7000 einsatzbereite Atomsprengköpfe und weitere 3000 in Reserve
. Darüber hinaus haben die Vereinigten Staaten immer noch - trotz internationaler Vereinbarungen zur Beseitigung - mehrere tausend Tonnen chemischer Kampfstoffe und Biowaffen. Damit nicht genug: Atomwaffen neuen Typs, so genannte Mini-Nukes, werden in den USA entwickelt und sollen demnächst getestet werden.
Doch nicht nur die USA sind es, die Vernichtungswaffen horten. Russland besitzt als zweitgrößte Atommacht ein Schreckensarsenal mit über 8.000 aktiven Atomwaffen. China lagert 400 Sprengköpfe, Frankreich 350, Großbritannien 180, Indien und Pakistan jeweils um die 40.
So scheint es, dass internationales Recht und Vereinbarungen nicht für alle gelten. Im Atomwaffensperrvertrag von 1970 und seinen Zusatzprotokollen haben sich die fünf offiziellen Atomstaaten Großbritannien, Frankreich, China, die ehemalige Sowjetunion und die USA, zur vollständigen Beseitigung ihrer Atomwaffen verpflichtet. Das war die Gegenleistung dafür, dass die anderen Staaten auf eine atomare Bewaffnung verzichten.
Aber genau das Gegenteil passiert: Die Atomstaaten rüsten auf. Insbesondere die USA boykottieren eine Vielzahl weiterer Abkommen: das Verbot von Atomtests (CTBT), das Chemie- und das Biowaffenübereinkommen, das Verbot von Anti-Personen-Landminen und viele mehr.
Die Weltkarte zeigt, an welchen Orten Massenvernichtungswaffen zu finden sind. Die Leiste dient zur Navigation und zum Zoomen.