
Aufrüstung statt Abrüstung. 76 Milliarden Pfund für eine neue Generation an Atomwaffen - in einer Zeit, die größte Anstrengungen erfordert, um die Klimakatastrophe zu verhindern. Das kommt auch bei den britischen Labour-Wählern nicht gut an. Tony Blair weiß das. Mit einem PR-Trip auf der HMS Vigilant, einem der vier britischen Atom-U-Boote, wollten Labour-Abgeordnete Werbung für die Regierungspläne machen.
Die Greenpeace-Aktivisten waren vor den Parlamentariern vor Ort. Die Arctic Sunrise ging vor der Einfahrt zur Basis auf Anker. Mit Schlauchbooten und Kanus versuchten die Aktivisten, Polizei- und Militärboote zu umfahren und zur Basis zu kommen. Einem Greenpeacer gelang es, den Ponton zu erklettern, der die Basis schützt. Gegen Mittag waren Schlauchboote und Kanus aus dem Wasser geholt, sechzehn Aktivisten verhaftet.
Die britischen Rüstungspläne rufen weltweit Empörung hervor. Ex-UN-Generaldirektor Kofi Annan warnte, sie [die britische Regierung] solle sich nicht einbilden, dass ein solches Programm als vereinbar mit dem Atomwaffensperrvertrag akzeptiert werden könne.
Mohamed ElBaradei, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sagte, Großbritannien könne nicht seine Trident-Raketen modernisieren und anderen Staaten erzählen, Atomwaffen würden in Zukunft nicht mehr gebraucht. ElBaradei wörtlich: Wir müssen Atomwaffen genauso behandeln wie Sklaverei oder Genozid. Es muss tabu sein, welche zu haben.