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Old Europe says: No War!Auch Berliner Passanten spendeten spontanen Szenenapplaus für die Friedens-Botschaft, die seit dem Morgen im Wind flatterte: Ein sieben mal neun Meter großes Banner mit der Aufschrift Old Europe says: No War!
In einem Appell an die Bundesregierung fordert Greenpeace Bundeskanzler Schröder auf, am Dienstag in der Sitzung des UN-Sicherheitsrats bei seiner bisherigen Haltung zu bleiben und sich nicht dem Druck der US-Regierung zu beugen.
Dieser Krieg würde aus machtpolitischen Erwägungen geführt werden. Er wäre ein Verstoß gegen das Völkerrecht und ein Verbrechen
, sagt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. Unter keinen Umständen darf die Bundesregierung einen rechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak mittragen.
In bis zu 30 Staaten der Welt werden atomare, chemische und biologische Waffen gelagert. Trotzdem plant niemand deswegen einen Angriffskrieg gegen diese Länder. Genauso wenig wäre die - bislang unbewiesene - Tatsache, dass der Irak über solche Waffen verfügt, eine ausreichende Rechtfertigung für einen Angriffskrieg. Greenpeace fordert die Abschaffung aller Massenvernichtungswaffen - durch die UN-Inspekteure im Irak, aber auch in den USA, Großbritannien, Russland, China, Frankreich und den anderen Staaten, die solche Waffen besitzen. Ein Krieg kann nicht das Mittel sein, um diese Waffen zu vernichten.
Das Menschen verachtende Regime von Saddam Hussein, der die eigene Bevölkerung terrorisiert und jede Opposition brutal unterdrückt, wird dadurch nicht beschönigt. Im Irak herrscht eine barbarische Diktatur. Doch dies war auch schon der Fall, als westliche Staaten Hussein mit Geld und Waffen, auch Chemiewaffen, versorgten und damit das Regime über lange Jahre stützten.
Ein Krieg gegen den Irak würde nicht nur viele Menschen töten und eine humanitäre Katastrophe auslösen, sondern auch die Umwelt und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zerstören. Greenpeace hat nach dem letzten Golfkrieg 1991 das Ausmaß der Umweltschäden dokumentiert. Über eine Million Tonnen Öl flossen damals ins Meer. Die Brände von siebenhundert Ölquellen und Ölruß vergifteten Menschen und Umwelt. Zerstörte Chemiedepots, Düngemittelfabriken und Pipelines wurden zu gefährlichen Giftschleudern. Chemischer Niederschlag verseuchte die meisten Wasservorräte.
Auch dieses Mal ist zu befürchten, dass die Umwelt und damit Zigtausende von Menschen verseucht und vergiftet werden
, sagt Lohbeck.
Bis zum Abend hielten die Aktivisten an der Seite der Quadriga aus. Wie sehr Greenpeace mit dem Appell für den Frieden den Menschen aus der Seele spricht, wurde den ganzen Montag über in Berlin spürbar. Ein lokales Café versorgte die Aktivisten mit heißen Getränken, Passanten lobten die Aktion und am Abend sorgten die Techniker des Brandenburger Tores für eine ansprechende Beleuchtung. Kurz vor Beendigung der Aktion zog noch der allmontagliche Berliner Friedensmarsch durch das Tor. Die Greenpeacer wurden von den Teilnehmern mit tosendem Beifall begrüßt.