No War (Kein Krieg) lautete das Motto des friedlichen Protests. Während einige Greenpeace-Aktivisten sich an die Ankerseile der Rainbow Warrior ketteten, um ein Abschleppen ihres Schiffes zu erschweren, kreuzten andere in Schlauchbooten unmittelbar vor dem Versorgungsschiff Magdalena Green. Mit weißer Farbe schrieben sie No War
auf den Schiffsrumpf. Drei Aktivisten kletterten an Bord des Schiffes. Die Demonstration ist Teil einer weltweiten Kampagne gegen den drohenden Krieg im Irak, der das Leben Hunderttausender Zivilisten fordern würde.
Ein Krieg im Irak macht die Welt nicht sicherer
, erklärte der Geschäftsführer des britischen Greenpeace-Büros, Stephen Tindale, von der Brücke der Rainbow Warrior aus. Er drohe eine weitere Generation junger Menschen in die Arme des Terrorismus zu treiben und führe womöglich zum Gebrauch von Massenvernichtungswaffen. Die Folgen (eines Krieges) für Menschen und Umwelt wären schrecklich. Außer George Bush und Ölmultis wie Esso würde niemand davon profitieren.
Militär- und Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein konventioneller Krieg im Irak rund eine Viertelmillion Menschen töten würde, überwiegend Zivilisten. Weitere 250.000 könnten in der Folge an Hunger und Krankheiten sterben. Käme es zum Einsatz von atomaren oder chemischen Massenvernichtungswaffen, so könnte die Todesrate in die Millionen gehen, und noch Generationen hätten unter der Verseuchung ihrer Umwelt zu leiden.
Schon der letzte Golfkrieg tötete 200.000 Iraker. Gesundheitswesen, Wasserversorgung, Kanalisation und Stromversorgung wurden größtenteils zerstört und sind bis heute nicht vollständig wiederhergestellt. Die Nahrungsversorgung erfolgt fast vollständig über Zuteilung und droht bei einem erneuten Krieg zusammenzubrechen.
Als Organisation, die sich dem Prinzip der Gewaltfreiheit verschrieben hat, tritt Greenpeace dafür ein, alle Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Im Irak ebenso wie in allen anderen Ländern, die über solche verfügen. Statt kriegerischer Handlungen gegen einzelne dieser Länder hält die Umweltschutzorganisation ein kollektives internationales System zur Waffenkontrolle und Abrüstung für nötig. Ansätze dazu sind längst vorhanden: Die UN-Abrüstungskonferez in Genf, der Atomwaffensperrvertrag, die Konventionen über biologische und chemische Waffen. Greenpeace fordert, diese Ansätze auszubauen und zu verstärken.