Mit Proviant und Schutzausrüstung versehen, richteten sich die Kletterer in ihrem Friedenscamp auf der MV Lyra ein, so lange es ging, während weitere Aktivisten von Schlauchbooten aus den Rumpf des Marineschiffes mit dem Slogan No War
bemalten. Auch das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior hielt sich dicht bei der MV Lyra.
Von Bord des Marineversorgungsschiffes wurden die Aktivisten in denSchlauchbooten und im Camp unablässig mit Hochdruck-Wasserwerfernattackiert. Nach zweieinhalbstündigem Beschuss ordnete schließlich diePolizei des Verteidigungsministeriums das Ende desWasserwerfer-Einsatzes an. Unterdessen waren drei Aktivisten völligdurchnässt von der Bugnase des Schiffes vertrieben worden.
Von Bord der Rainbow Warrior erklärte Greenpeace-Sprecher John Sauven: Greenpeacewird wenn nötig bis zum Golf auf dem Marineschiff bleiben. Krieg istkeine Lösung, um die Ausbreitung nuklearer und chemischer Waffen zustoppen. Die einzige Möglichkeit, diese Massenvernichtungswaffenloszuwerden, sind friedliche, weltumspannende Übereinkommen. Dasbetrifft nicht allein den Irak sondern alle Staaten, einschließlich denUSA und Großbritannien.
Ein Krieg im Irak hätte verheerende Auswirkungen für die dortlebenden Menschen und ihre Umwelt. Tausende Todesopfer könnten dieFolge sein. In der Hauptsache wäre die Zivilbevölkerung betroffen.Weitere Konflikte entstünden und dem Terrorismus, der angeblichbekämpft werden soll, würde neue Nahrung gegeben. Profitieren dagegenwürden diejenigen, die George W. Bush mit Millionen Dollar im Wahlkampfunterstützt haben und für die US-amerikanische Ablehnung desKyoto-Protokolls zum Klimaschutz mitverantwortlich sind. Jetztunterstützen sie - amerikanische Ölmultis wie ExxonMobil (Esso) - denKriegsaufmarsch in der Golfregion.
Bei Redaktionsschluss befanden sich immer noch Greenpeace-Aktivisten auf der MV Lyra. Der Lotse, ohne den das Schiff nicht ablegen kann, soll inzwischen von Bord gegangen sein.