Golfkrieg 1991: 183.000 Tote
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- Ort: Hamburg,
- Artikel veröffentlicht am: 27.03.2003,
- Artikel veröffentlicht von: Greenpeace Redaktion
Täglich erreichen uns Meldungen über Kriegsopfer im Irak. Wie viele es tatsächlich sind, wissen wir nicht. Aber es steht zu befürchten, dass die Folgen des jetzigen diejenigen des Krieges von 1991 noch übertreffen werden. Damals starben täglich dreimal mehr Menschen als an jedem Tag des Vietnam-Krieges. Mit dem folgenden Auszug aus der Greenpeace-Studie zu den Auswirkungen des Golfkrieges 1991 wollen wir noch einmal an die Zahl der Opfer erinnern.
Vom Anbeginn des Embargos - während des Krieges und in den Wirren danach - wurde die Existenz von über sechs Millionen Menschen direkt durch den Krieg 1991 beeinflusst. Entweder wurden sie getötet oder verwundet, vertrieben oder obdachlos.
- Bis Anfang Mai 1991 kamen infolge des Golfkrieges 151.000 bis 183.000 Menschen um - Iraker, Kuwaitis und alliierte Soldaten.
- 100.000 bis 120.000 irakische Soldaten fielen, 5.000 bis 15.000 irakische Zivilisten starben während des Krieges, 4.000 bis 6.000 nach Kriegsende an ihren Verwundungen, infolge mangelnder ärztlicher Versorgung oder Nahrung.
- 49.000 bis 76.000 irakische Zivilisten starben seit Anfang Mai 1991. Während des einen Monats Bürgerkrieg ließen schätzungsweise 20.000 Iraker ihr Leben. Dazu kamen 15.000 bis 30.000 Kurden und andere Flüchtlinge auf der Flucht oder in Lagern um.
- Von den 100.000 bis 120.000 Gefangenen des Iraks wurden um fünfzig Prozent während der 100 Stunden des Bodenkrieges vom 24. bis 28. Februar und einer Schlacht am 1. März getötet.
- Nur 10 bis 20 Prozent der Verluste unter der Zivilbevölkerung gingen auf den 43 Tage währenden Luft- und Bodenkrieg zurück. 80 bis 90 Prozent starben nach Kriegsende - unmittelbar danach im Bürgerkrieg und auf der Flucht. Dieser Prozentsatz dürfte noch gestiegen sein, ebenso wie die Anzahl der Nachkriegstoten.
Der Golfkrieg zog innerhalb kürzester Zeit die größte Völkerbewegung in einem Krieg der Neuzeit nach sich. Mehr als fünf Millionen Menschen, einschließlich Iraker und Kuwaitis, die ohne Verschulden in die Kämpfe im Süden verwickelt wurden, Bewohner von Basra und anderen südlichen Städten, Schiiten, Kurden, Rebellen, Gastarbeiter und ihre Familien, wurden durch den Golfkrieg direkt in ihrer Existenz bedroht. Täglich starben nach dem Krieg mindestens 1000 Menschen in den Flüchtlingslagern. Wir schauen zu, wie aus den Tälern der Tränen Täler der Toten werden
, sagte Lionel Rosenblatt, Geschäftsführer der Organisation Refugees International im Mai 1991 vor dem US-Senat.
Unzählige Menschen im Irak starben aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung und verseuchten Trinkwassers. Am meisten gefährdet waren Kinder unter fünfzehn Jahren, damals rund 45 Prozent der irakischen Bevölkerung. Das öffentliche Gesundheitssystem, das vor dem Krieg eine der jüngsten Bevölkerungen der Erde ausreichend versorgt hatte, war zusammengebrochen. Verwundete und Kranke konnten kaum vesorgt werden, Impfstoffe fehlten, und eine Vorsorgemedizin hatte aufgehört zu existieren.
Eine Kurzfassung der Greenpeace-Studie über die Folgen des Golfkriegs 1991 auf die Umwelt können Sie sich als PDF herunterladen:
Auswirkungen moderner Kriegsführung auf die Umwelt am Beispiel des Golfkriegs 1991 (PDF, 71,7 kb).