
Organisator der Demonstration ist der Trägerkreis Atomwaffen abschaffen. Greenpeace unterstützt die Initiative und ist am Samstag auch vor Ort dabei. Alle Interessierten sind herzlich zur Demo-Teilnahme eingeladen.
Insgesamt lagerten seit dem Zweiten Weltkrieg 150 US-Atombomben in Deutschland: 130 im US-Stützpunkt Ramstein/Pfalz, 20 im deutschen Fliegerhorst Büchel. Mitte 2007 meldeten mehrere zuverlässige Quellen, darunter die renommierte Federation of American Scientists, dass Ramstein von US-Bomben geräumt worden sei.
Bei den 20 noch in Büchel stationierten Sprengköpfen handelt es sich um sogenannte gravity-bombs - frei fallende Wasserstoffbomben. Für Wolfgang Lohbeck, Abrüstungsexperte bei Greenpeace, geht es nun darum, auch dieses Relikt des Kalten Krieges endlich loszuwerden.
Lohbeck: Diese 20 verbliebenen Bomben haben eine potentielle Zerstörungswirkung von jeweils bis zu 170 Kilotonnen, das ist mehr als das 13-Fache der Hiroshima-Bombe. Die hatte eine Sprengkraft von 12,5 Kilotonnen.
Die Anwesenheit einer solchen atomaren Waffe in einem Nicht-Atomwaffenstaat widerspricht geltendem Völkerrecht, insbesondere dem Atomwaffensperrvertrag (NPT, Nuclear Proliferation Treaty). Er untersagt die Weitergabe von Atomwaffen ausdrücklich. Dennoch würden im Ernstfall deutsche Soldaten - die Piloten der eingesetzten Tornado-Flugzeuge - als NATO-Personal unmittelbar über diese Waffen verfügen.
Die Atombomben in Büchel sind eine der schwersten Barrieren auf dem Weg zu einer allgemeinen nuklearen Abrüstung. Davon abgesehen geht unmittelbare Gefahr von ihnen aus. Noch dazu wäre ihr Einsatz sinnlos: Die Reichweite der Tornados ist zu gering, um denkbare feindliche Ziele zu erreichen.
Wie soll man Staaten, die die Bombe wollen, vom Verzicht überzeugen, wenn man sich selbst für alle Zeiten nukleare Optionen offenhält?
, fragt Lohbeck. Die Zeit ist mehr als reif für das Verschwinden und Verschrotten zumindest dieser völkerrechtswidrig in unserem Land gelagerten Bomben.
Eine unrühmliche Rolle spielt nach Lohbecks Ansicht seit jeher die Bundesregierung. Selbst Rot-Grün habe sich nicht getraut, von den Amerikanern den Abzug der Waffen zu fordern. Wider besseres Wissen: Selbst führende Regierungsmitglieder wie Außenminister Fischer haben die politische und einsatztechnische Sinnlosigkeit gebrandmarkt, ebenso wie die unterminierende Wirkung der Bomben für die internationale Sicherheit.