Greenpeace-Aktivisten demonstrieren am Arc de Triomphe für ein ambitioniertes Klimaabkommen

Sonnige Aussicht?

Farbiger Protest kurz vorm Ende der Klimakonferenz: Umweltschützer verlangen mehr Einsatz von der Politik und verleihen dem Triumphbogen in Paris ungekannte Strahlkraft.

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Am Wochenende verlassen die internationalen Delegationen Paris wieder. Greenpeace-Aktivisten geben den Politikern zum Abschied allerdings einen Denkzettel mit auf den Weg: Rund um den Arc de Triomphe kreierten sie ein riesiges Sonnensymbol – eine leuchtend gelbe Erinnerung für die abreisenden Konferenzteilnehmer, dass die Zukunft den Erneuerbaren Energien gehört, gut sichtbar beim Blick aus der Vogelperspektive.

Auf dem Triumphbogen selbst demonstrierten 30 Aktivisten für ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen, Dutzende weitere verwandelten den Kreisverkehr um das Pariser Wahrzeichen und die abgehenden Straßen in ein gigantisches Graffito für Solarenergie – selbstverständlich mit Ökofarbe auf Wasserbasis.

Die Umweltschützer fordern mit der Aktion ein klares Bekenntnis der internationalen Politik zum Kohleausstieg – im vorläufigen Text des Klimaabkommens war bis gestern Abend davon nichts zu lesen. Ebensowenig ist die vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien bis 2050 beschlossene Sache.

Auch die Bundeskanzlerin ist in der Pflicht

Zwar können sich alle Verhandlungspartner auf das Ziel einigen, die Erderwärmung möglichst unter 1,5 Grad zu halten. Doch dieses Versprechen ist nichts wert, wenn die dazu notwendigen Klimaschutzmaßnahmen nicht verbindlich im Vertragstext festgeschrieben werden. Martin Kaiser, Greenpeace-Experte für Klima, zieht Zwischenbilanz: „Das vorläufige Pariser Abkommen will hoch hinaus, aber bislang endet die Leiter auf halber Strecke.“

Morgen soll das Klimaschutzabkommen in seiner endgültigen Form präsentiert werden, Vertreter aus mehr als 190 Ländern haben tagelang um Inhalte und Formulierungen gerungen. Bis dahin haben die Teilnehmer Zeit, doch noch ein ehrgeiziges Programm im Kampf gegen die fortlaufende Erderwärmung auf den Weg zu bringen. Martin Kaiser sieht auch die deutsche Bundesregierung in der Pflicht: „Kanzlerin Merkel muss sich dafür einsetzen, dass Paris unmissverständlich klar macht: Kohle, Öl und Gas haben mittelfristig keinen Platz im Energiemix.“

Dass 100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2050 nicht nur machbar sind, sondern sogar Arbeitsplätze schaffen, hat Greenpeace im Energieszenario „Energy Revolution“ durchgerechnet. Darin ist alles sonnenklar dargelegt. Jetzt muss die Politik Einsicht beweisen. 

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