Abgasnachmessungen: Greenpeace erreicht Veröffentlichung eines Teils der Daten

Das schmutzige Geheimnis

Verkehrsminister Dobrindt hält die Ergebnisse der Abgasmessungen geheim; nun erreichte Greenpeace die Veröffentlichung eines Teils der Daten. Die zeigen, warum der Minister so zögert.

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Der VW-Skandal ist schon ein paar Wochen alt, da weist Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) endlich das Kraftfahrt-Bundesamt an, Abgasnachmessungen bei weiteren Modellen durchzuführen. Im Herbst 2015 war das, und seither wartet die Bevölkerung gespannt auf die Ergebnisse – vergeblich. Erst durch eine Greenpeace-Anfrage nach Umweltinformationsgesetz (UIG) kommen die Daten nun ans Licht. Bislang nur ein Teil davon, doch der hat es in sich: Von den 53 gemessenen Modellen, reißen mindestens zwei – der Opel Astra und der Smart Fortwo 0.8l – die geltenden Stickoxid-Grenzwerte. Beim Peugeot 308 SW 1.6l gibt es widersprüchliche Angaben.

Das Brisante: Die Modelle schaffen die Grenzwerte nicht im offiziellen Testzyklus (NEFZ), der für die Typenzulassung entscheidend ist! „Die staatliche Zulassungsstelle zeigt, dass mindestens zwei Autos nicht mal den offiziellen Abgastest bestehen, und der zuständige Minister unternimmt nichts“, sagt Tobias Riedl, Greenpeace-Experte für Verkehr.

„Aufklärung nicht noch länger verschleppen“

Der Smart überschreitet die Euro 5 Norm dabei um acht Prozent, der Opel um rund vier Prozent. Unklar ist das Ergebnis eines Peugeot 308 SW 1.6l, der offenbar zweimal gemessen wurde: Einmal lag das Ergebnis über dem Euro 6 Grenzwert, einmal deutlich darunter. „Verkehrsminister Dobrindt darf die Aufklärung des Abgasskandals nicht noch länger verschleppen“, so Riedl. „Dobrindt muss die betroffenen Fahrzeuge sofort zurückrufen und ihre Zulassung überprüfen.“

Bislang liegen Greenpeace lediglich die NEFZ-Daten vor. Die weiteren Abgasmessungen, die das Bundesamt unter anderem auf der Straße durchgeführt hat, sind weiter unter Verschluss. Dabei hatte Greenpeace am 1. März die Herausgabe aller weiteren Testergebnisse beantragt. Laut UIG hat die Behörde einen Monat Zeit, diesem Antrag zu entsprechen. „Wenn Autos selbst den idealisierten Labortest nicht bestehen, wird der Ausstoß auf der Straße vermutlich verheerend sein“, sagt Riedl. „Dobrindt muss endlich sicherstellen, dass Autos auf der Straße sauberer werden.“

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