Aus unserem Archiv

Ein Artikel von greenpeace.de

Kennzeichnungspflicht für Energieversorger

Stromlieferanten müssen künftig ihren Kunden detaillierte Auskünfte über den gelieferten Strom erteilen. Darauf einigten sich die Koalitionsfraktionen im Rahmen der Verhandlungen zur Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes Dienstagabend in Berlin.

Danach sollen Energieversorger nicht nur die Anteile von Kernkraft, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas sowie erneuerbaren Energien im Energiemix ausweisen, sondern auch über die Menge der Kohlendioxid-Emissionen oder des radioaktiven Mülls Auskunft geben, die bei der Erzeugung des Stroms entstanden ist.

Greenpeace begrüßt, dass sich die Koalitionsfraktionen auf eine Verschärfung der Stromkennzeichnung einigen konnten. Energiekonzerne müssen nun auch darüber informieren, wie stark die Erzeugung ihres Stroms das Klima belastet und wie viel Atommüll dabei anfällt, freut sich Jörg Feddern, Energieexperte von Greenpeace. Mit diesen Informationen können Millionen von Kunden endlich zwischen dreckigem und sauberem Strom unterscheiden. Verbraucher haben Macht und können sie bald auch auf dem Energiemarkt ausüben.

Wichtig ist jetzt, das Kennzeichnungslabel einheitlich zu gestalten, damit der Verbraucher leicht vergleichen kann, fordert Feddern. Bislang fehlt allerdings die Verpflichtung, das Herkunftsland des Stromes zu nennen. Aber nur darüber erfährt der Verbraucher, ob sein Strom aus unsicheren Atomkraftwerken aus der Ukraine oder Tschechien stammt. Hier müssen die Koalitionsfraktionen noch nachbessern.

Aktuelle Publikationen zum Thema

Ein Energiekonzept für Deutschland. In nächster Zeit werden Weichen gestellt, die darüber bestimmen, ob Deutschland die von der Wissenschaft geforderten Emissionssenkungen bis Mitte des Jahrhunderts erreichen kann - oder ob wir beim Klimaschutz scheitern.
Der Plan ist das Greenpeace-Senario für einen kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien. Deutschland ist erneuerbar, weil ein Ruck durchs Land geht, weil wir AKW abschalten, bereits 17 Prozent Erneuerbare Energien haben und damit international an der Spitze stehen, weil wir in 40 Jahren zu 100 Prozent unseren Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen.

Themenfinder

Unser Themenfinder rechts führt Sie zu weiteren interessanten Inhalten aus dem aktuellen von Ihnen gewählten Thema.