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Protest mit Schlamm gegen neue Braunkohletagebaue

Mit achttausend Litern rostbraunem Spreeschlamm begrüßten heute etwa 20 Greenpeace-Aktivisten Dietmar Woidke den künftigen Ministerpräsidenten von Brandenburg vor dem Landtag in Potsdam. Mit der Wahl zum Ministerpräsidenten übernimmt der SPD-Politiker Woidke die direkte Verantwortung für die Umweltschäden durch den Braunkohletagebau.

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Die Dringlichkeit des Problems unterstrichen die Aktivisten durch Wasser und Schlamm, die sie am Vortag aus dem stark verockerten Spree-Zufluss Wudritz entnommen hatten. Sie präsentierten einen Banner mit der Aufschrift: „Ab heute Ihr Braunkohle-Schlamm, Herr Woidke". "Jeder neue Tagebau zerstört Brandenburgs Umwelt. Wenn Woidke verhindern wolle, dass dies in den kommenden Jahrzehnten so weitergeht, müsse er die geplanten weiteren Tagebaue jetzt stoppen, so Greenpeace Energie-Experte Niklas Schinerl.

Woidke ein Freund der Braunkohle

Dietmar Woidke ist bekennender Anhänger der Braunkohle. Im Mai trat er bei der Pro Braunkohle-Demonstration der Industriegewerkschaft IG BCE in Cottbus als Redner auf. Zuletzt hat sich der frühere Umweltminister Brandenburgs sogar für eine stärkere Rolle des schmutzigsten aller Energieträger ausgesprochen. Klimaschädliche und unflexible Kohlekraftwerke verteidigt er als zukunftsträchtige Technologie. „Woidke ist bei Braunkohle Überzeugungstäter. Deshalb muss er sich auch mit den schmutzigen Folgen dieses Energieträgers auseinandersetzen", so Schinerl.

Jeder weitere Tagebau verstärkt die Verockerung

Die Verockerung der Spree ist eine direkte Folge des Braunkohlentagebaus. Dabei färbt sich das Flusswasser rostrot und eisenhaltiger Schlamm lagert sich ab. Beides entsteht durch Eisenverbindungen und Sulfat, die aus dem Abraum geschlossener Tagebaue zunächst ins Grund- und später ins Oberflächenwasser drängen. Zwar sind Verfärbung und Rostschlamm für Menschen ungefährlich, doch wird das Ökosystem eines Flusses schwer beschädigt. Diese Spätfolgen der geschlossenen Tagebaue sind in der Lausitz und beim Spreewald bereits deutlich sichtbar.

Der chemische Prozess, der schließlich zur Verockerung führt, wird bereits mit dem Abbau der Braunkohle in Gang gesetzt und ist unumkehrbar. Entsprechend müssten Gegenmaßnahmen und ihre Finanzierung schon bei der Planung weiterer Tagebaue berücksichtigt werden. Eine Möglichkeit wäre, im laufenden Betrieb des Tagebaus neutralisierenden Kalk in den Abraum einzustreuen. Bislang werden die absehbaren Umweltfolgen der Tagebaue jedoch erst nach dem Schließen der Gruben angegangen. Greenpeace forderte einen Genehmigungsstopp für weitere Braunkohle-Tagebaue und einen schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030.

Tagebaue sind Zeitbomben mit unabsehbaren Umweltfolgen

In einem dreitägigen Messcamp Mitte Juli hatten Greenpeace-Aktivisten die Verockerung der Spree im Biosphärenreservat Spreewald dokumentiert. An vielen Stellen sind die Eisenoxydwerte der Gewässer vor und im Spreewald deutlich höher als bei früheren Messungen. Anfang des Jahres hat die Landesregierung Brandenburgs auf Druck der Bevölkerung zwar Sofortmaßnahmen beschlossen, doch konnten diese die Verockerung bis zum Messzeitpunkt kaum bremsen. Der Rostschlamm hat die südlichen Spree-Zuflüsse Wudritz, Greifenhainer Fließ oder Vetschauer Mühlenfließ sichtbar rot gefärbt. Das Wasser trinken oder darin baden sollte man nicht mehr. Zwar sind Verfärbung und Rostschlamm für Menschen nicht gefährlich, doch der so reduzierte Lichteinfall beschädigt das Ökosystem eines Flusses gravierend. Trotz dieser Umweltrisiken plant der Energiekonzern Vattenfall fünf weitere Braunkohletagebaue in der Lausitz.

Wie kann ich etwas gegen neue Braunkohletagebaue tun?

Hier können Sie online gegen neue Tagebaue unterzeichnen und einen wichtigen Teil zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen.
 

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