Japanische Atomaufsicht erklärt AKW Ikata für sicher

Weiteres AKW soll in Japan ans Netz

In Japan protestieren Aktivisten gegen das Wiederanfahren des AKW Ikata. Die Region um den Reaktor ist erdbebengefährdet; dennoch hat die Atomaufsicht das AKW für sicher erklärt.

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Tokio (dpa) - Vier Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat die japanische Atomaufsicht einen weiteren Reaktor für sicher erklärt. Damit rückt die Regierung ihrem Ziel einer Rückkehr zur Kernenergie einen Schritt näher. Der Reaktor 3 des Betreibers Shikoku Electric Power erfüllt nach Ansicht der Atomaufsichtsbehörde NRA die nach dem Gau in Fukushima verschärften Sicherheitsauflagen, wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde. Zuvor waren bereits vier andere Reaktoren von der Atomaufsichtsbehörde für sicher erklärt worden. Derzeit stehen sämtliche 43 kommerziellen Reaktoren in Japan still. Sie gingen nach dem Gau in Fukushima Schritt für Schritt vom Netz.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Entscheidung. Im Falle des in der Provinz Ehime gelegenen Reaktors 3 von Shikoku Electric habe die NRA erhebliche Erdbebenrisiken sowie ungelöste Sicherheitsfragen „ignoriert“.

Bevor der Betreiber den Reaktor anfahren darf, muss er noch weitere Prozedere im aufwendigen Genehmigungsverfahren durchlaufen. Zudem muss die Zustimmung der örtlichen Gemeinden eingeholt werden.

Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe will trotz Widerstands in der Bevölkerung zur Atomkraft zurückkehren. Doch das gestaltet sich nicht einfach. Am ehesten dürften zwei Reaktoren des Betreibers Kyushu Electric Power im Atomkraftwerk Sendai im Süden Japans ans Netz gehen, allerdings wohl nicht vor Ende Juli.

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