Ein Artikel von Beate Steffens

Litauer wollen keine Atomenergie

Am Sonntag fanden in Litauen nicht nur Wahlen statt. Die Litauerinnen und Litauer stimmten auch über ein Referendum zur Zukunft der Atomenergie ab. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung sagten Nein zum Bau eines neuen Atomkraftwerkes.

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Die litauische Bevölkerung hat eine wichtige Entscheidung für Europa getroffen, sagt Thomas Breuer, Leiter des Klima- und Energiebereichs von Greenpeace. Anders als die litauische Regierung hat die Bevölkerung verstanden, dass eine zukünftige Energieversorgung nicht auf gefährlicher Atomenergie aufgebaut sein darf, sondern auf einem modernen Kraftwerkspark Erneuerbarer Energien.

Die Menschen in Litauen wollen Energie aus energieeffizienten, sauberen und sicheren Energiequellen. Jetzt muss die neue litauische Regierung eine entsprechende Energie-Strategie entwickeln und dabei den Willen der Bürger berücksichtigen.

Mit Erneuerbaren Energien kann sich Litauen eine unabhängige Energieversorgung aufbauen und zugleich gegen den Klimawandel vorgehen. Innerhalb der letzten knapp eineinhalb Jahre haben Deutschland, die Schweiz und Belgien einen Atomausstieg beschlossen. Die Bevölkerung von Italien und Litauen haben gegen die Einführung von Atomkraft gestimmt.

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Die Atomkraft ist eine gefährliche Risikotechnologie. In Deutschland sollen zwar bis 2022 alle Atommeiler abgeschaltet werden. Doch die Probleme sind auch danach nicht gelöst: Die Reaktoren müssen abgebaut, der strahlende Müll muss sicher gelagert werden. Und andere Länder machen wider besseren Wissens weiter.
Institutionen wie IAEO und WHO spielen die massiven gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl herunter. Greenpeace beauftragte Wissenschaftler, vorhandene Studien zu sichten und ihre Ergebnisse zusammenzustellen. Das Ergebnis erschien 2006.

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