Ein Artikel von Rahel Osterwalder

E.on laufen die Atomfreunde davon

Atomkraft macht einsam. Diese Erfahrung macht E.on-Chef Johannes Teyssen gerade. E.on ist nicht nur das letzte deutsche Unternehmen, das nach wie vor an Atomprojekten festhalten will, auch im vermeintlich atomfreundlichen Finnland laufen ihm die Partner weg.

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Gestern haben sechs Unternehmen bekannt gegeben, sich aus dem Atomkraftwerksprojekt im nordfinnischen Pyhäjoki zurückzuziehen. Ein weiterer Förderer hat seinen Anteil gesenkt. Nun klafft eine Finanzierungslücke von knapp zehn Prozent.

Obwohl das Projekt noch in der Startphase ist, realisieren einige Anteilseigner offenbar, dass die Kosten bereits jetzt vollkommen aus dem Ruder laufen, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. Zudem wollen einige Firmen nicht länger an dem Atom-Projekt beteiligt sein, da sie Angst haben, Kunden zu verlieren.

Eines der jetzt ausgestiegenen Unternehmen ist die Supermarktkette S-Group. Mit fünf Prozent war sie einer der großen Anteilseigner innerhalb der beteiligten finnischen Unternehmen. Die Welt hat sich in den fünf Jahren, in denen wir an dem Projekt beteiligt waren, geändert, begründet die Supermarktkette ihre Entscheidung.

Auch die bereits in der Planungsphase explodierenden Kosten dürften eine zentrale Rolle für den Rückzug der Unternehmen gespielt haben. Aus einem Dokument der Gemeinde Kuopio geht hervor, dass die Anteilseigner allein für die Startfinanzierung ihre Finanzzusagen um knapp 70 Prozent erhöhen sollen. Dabei stehen die wirklichen Kosten noch aus, denn es ist jetzt schon abzusehen, dass der Reaktorbau noch in ganz andere finanzielle Sphären schießen wird.

Dies sind nicht die ersten Rückzüge aus dem Atom-Projekt. Bereits im März dieses Jahres haben drei lokale Energieunternehmen ihren Ausstieg bekannt gegeben, sagt Riedl. Wenn es so weitergeht, wird E.on bald der Letzte sein, der die Atom-Fahne in Finnland noch hochhält.

Hier finden Sie die Mitteilung des Konsortiums Fennovoima zum Rückzug.

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