
Für den Autor des Artikels stellt das Weserkraftwerk vor allem ein Naturschutzproblem dar. Sein Hauptargument: Für das Weserkraftwerk werde ein neues Wehr quer durch den Fluss gelegt. Bedrohten Fischarten würde damit der Zugang zum Meer verbaut. Doch ein Weserwehr gibt es in Bremen-Hemelingen schon seit dem Jahr 1912. Es dient dem Hochwasserschutz der Hansestadt. Deshalb wurde es nach einer schweren Weserflut im März 1981 durch ein neues Wehr ersetzt.
Die Wasserkraftanlage nutzt lediglich das seit vielen Jahren vorhandene Wehr
, erklärt Marcel Keiffenheim, Sprecher von Greenpeace Energy. Im Zuge des Kraftwerkbaus werden jetzt sogar zusätzliche Möglichkeiten für Fische geschaffen, um flussaufwärts zu gelangen.
Diese besonderen Fischaufstiegshilfen finden sich bei keinem der anderen fünf Wasserkraftwerke, die es schon heute am Weserlauf gibt.
Auch flussabwärts wandernde Fische werden beim Weserkraftwerk berücksichtigt. Während des Betriebs überströmt das Flusswasser ständig die Wehranlage
, so Keiffenheim. Dies gelte als eine der wirksamsten Maßnahmen für die Fischwanderung, denn die Tiere folgen in der Regel dem natürlichen Strom und gelangen so mit der Strömung flussabwärts.
Der Artikel verzerrt und verfälscht die Fakten zum Weserkraftwerk in unverantwortlicher Weise. Neben den falschen Angaben über angebliche Mängel beim Fischschutz stimmen auch die Informationen über die Initiatoren des Projektes nicht
, erläutert Keiffenheim. Wir haben deshalb auf der Greenpeace-Energy-Homepage eine ausführliche Antwort auf diesen Artikel gesetzt.
Beim Projekt Weserkraftwerk Bremen handelt sich um den größten Neubau Norddeutschlands zur Nutzung von Wasserkraft. Nach der geplanten Fertigstellung des Projektes im Laufe des Jahres 2010 sollen jährlich etwa 42 Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden. Genug, um 17.000 Bremer Haushalte mit sauberem Strom zu versorgen.
Ein besonderes Merkmal des Projektes ist das Konzept des Bürgerkraftwerks. Da Privatpersonen 51 Prozent der Anteile, das entspricht rund 8,1 Millionen Euro, zeichnen können, wird das umweltfreundliche Kraftwerk in Zukunft mehrheitlich im Besitz der Bürger sein, die daraus ihren Strom beziehen. Schon jetzt liegen über 2000 Interessensbekundungen von Privatpersonen vor, sich an dem Kraftwerk beteiligen wollen.