
Weltweit gibt es geschätzt bis zu 70.000 produzierende Erdölfelder. Knapp ein Prozent davon sind sogenannte Giant oil fields (Riesenölfelder). Sie enthalten mindestens 500 Millionen Barrel förderwürdiges Öl. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern. Die 100 größten Ölfelder decken allein die Hälfte der weltweiten Produktion ab. Doch die geförderte Menge nimmt ab. Die meisten Felder verzeichnen einen Produktionsrückgang um rund sieben Prozent jährlich. Um den Rückgang aufzufangen, müssten die Ölreserven Saudi-Arabiens – derzeit 36,3 Milliarden Tonnen - alle drei Jahre neu entdeckt werden.
Schon jetzt greift die Ölindustrie nach allem, was irgend Öl enthält. Auf der Jagd nach dem schwarzen Gold dringt sie in immer entlegenere Regionen vor. Weltweit gibt es mehr als 500 Tiefseeprojekte, an denen die großen Konzerne beteiligt sind. Selbst die Arktis ist nicht mehr vor ihnen sicher. Die dreckigste Art der Gewinnung findet derzeit wohl in der kanadischen Provinz Alberta statt: der Ölsandabbau.
Das Tarsand-Geschäft ist äußerst energieintensiv und setzt dreimal so viele schädliche Klimagase frei wie die konventionelle Ölförderung. Auf rund 149.000 Quadratkilometern – das entspricht der Größe Englands - werden Waldflächen, Erde und Torf abgebaggert, um das Öl aus dem Erdboden zu filtern. Auch der nördliche Nadelwaldgürtel Kanadas soll dem Tagebau weichen. Etwa 8,73 Milliarden Tonnen CO2 sind in diesen Wäldern gespeichert.
Währenddessen steigt der Ölverbrauch von Jahr zu Jahr. 2010 wurden weltweit täglich 87,4 Millionen Barrel Öl verbraucht. 61 Prozent dieser gigantischen Menge schluckte das Transportwesen, davon 80 Prozent der Straßenverkehr. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag bei 1,4 Tonnen. Öl ist aus unserem heutigen Leben nicht wegzudenken. Es treibt nicht nur unsere Autos an, es steckt auch in Waschmitteln, Farbstoffen, Pharmazeutika und Kunststoffen. Jede Plastiktasche aus dem Supermarkt enthält ungefähr einen Liter Öl. Lassen wir sie doch einfach dort liegen!