
Die Kohlendioxidemissionen bei der Verbrennung fossiler Energien sind enorm: Bei der Verbrennung von Braunkohle werden 3,25 Tonnen CO2 freigesetzt, bei Steinkohle 2,68 Tonnen, bei Erdöl 2,3 Tonnen und bei Erdgas 1,5 Tonnen (CO2 pro Steinkohleeinheit).
Bislang wurden überwiegend Öl, Gas und Kohle, so genannte konventionelle Energieträger, gewonnen bzw. abgebaut und genutzt. Die weltweiten Reserven sind jedoch begrenzt. Sie betragen nach derzeitigen Schätzungen etwa 42 Jahre für Erdöl, 65 Jahre für Erdgas und für Kohle etwa 200 Jahre. Die Industrie schaut sich deshalb zunehmend nach Alternativen um. Dabei hat sie nicht etwa den Ausbau erneuerbarer Energien im Blick, sondern die Erschließung so genannter unkonventioneller fossiler Energieträger. Das sind Energieträger von niedrigerer Qualität, die schwer, nur unter hohen Kosten und oft massiven Eingriffen in die Umwelt abzubauen sind.
Zu den unkonventionellen Energieträgern zählen Ölschiefer, Bitumen, Ölsande sowie Kohleflözgase und Gashydrate. Mit ihnen erweitern sich die Reserven der fossilen Energieträger beträchtlich. Alleine Ölschiefer können die Ölreserven um etwa 40 Jahre erhöhen. Besonders schwer wiegen jedoch Gashydrate, die in erster Linie das hochwirksame Klimagas Methan enthalten. Die Vorkommen von Gashydraten sind enorm und übersteigen das Doppelte aller Vorräte an Öl, Gas und Kohle zusammen.
Sollte die Weltgemeinschaft die fatale Entscheidung treffen, zukünftig auch noch die letzten Reserven an Öl, Gas und Kohle zu bergen und zu verbrennen und, noch schlimmer, auch die unkonventionellen fossilen Reserven zu erschließen und zu verbrennen, hätte dies katastrophale Folgen für das Klimasystem unseres Planeten: Kohlendioxidkonzentrationen von über 1200 bis zu 4000 ppm (Teilchen pro Millionen Teilchen) in der Atmosphäre wären damit nicht mehr abwegig (im Vergleich zu 280 ppm vor der Industrialisierung). Das entspräche einem mittleren Temperaturanstieg von etwa vier bis neun Grad Celsius und einem Meeresspiegelanstieg von drei bis acht Metern im Vergleich zu heute.
Damit dieser Alptraum nicht Realität wird, arbeitet Greenpeace an der Energiewende: Greenpeace fordert den fließenden Ausstieg aus fossilen Energieträgern und den Ausbau von erneuerbaren Energien plus umfassende Effizienzsteigerung. Das Ziel heißt: 80 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß bis zur Mitte dieses Jahrhunderts.