
Braunkohle setzt im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern besonders viel Kohlendioxid (CO2) frei, das sich in der Atmosphäre anreichert und der wesentliche Verursacher des stattfindenden Klimawandels ist. Selbst das modernste Braunkohle-Kraftwerk stößt im Vergleich zu Gaskraftwerken doppelt so viel CO2 aus – statt 370 Gramm CO2 pro Kilowattstunde mehr als 800 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Braunkohle ist Gift für das Klima.
Der Klimawandel ist eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit, und die Auswirkungen und Folgen werden zunehmend spürbar. Um die katastrophalen Folgen des Klimawandels noch zu begrenzen, müssen so schnell wie möglich die klimaschädigenden Treibhausgasemissionen reduziert werden: in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent. Ein ehrgeiziges Ziel und mit Braunkohle absolut nicht zu schaffen.
In den kommenden zehn Jahren wird der Großteil des Kraftwerkparks in Deutschland altersbedingt vom Netz genommen. Die Kraftwerke haben dann nach 35 bis 40 Jahren das Ende ihrer Laufzeit erreicht. Diese 40.000 Megawatt Kraftwerksleistung müssen durch neue Kraftwerke ersetzt werden. Da neue Kraftwerke wiederum eine durchschnittliche Laufzeit von circa 40 Jahren haben, werden jetzt, das heißt in den nächsten Jahren, die Weichen für die Energieversorgung bis zur Mitte des Jahrhunderts gestellt.
Braunkohle ist bereits jetzt ein veralteter, uneffizienter Energieträger, da nützt es auch nichts, wenn die Energieversorger versuchen, kleine Schönheitsoperationen in die neuen Kraftwerke einzubauen. Braunkohlekraftwerke erreichen auch mit modernster Technik nur einen Wirkungsgrad von 43 Prozent, das heißt 57 Prozent der Energie gehen ungenutzt durch den Schornstein verloren. Demgegenüber weisen Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung einen Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent auf. Diese Energieverschwendung muss aufhören, die Energieversorgung der Zukunft muss auf effizienten Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung und Erneuerbaren Energien aufbauen.
Fallen jetzt Entscheidungen zugunsten von Neubauten von Braunkohlekraftwerken, sind die notwendigen Klimaziele nicht zu schaffen, das Klima wird unumkehrbar weiter zerstört. Doch genau in diese Richtung werden derzeit die politischen Rahmenbedingungen gesetzt, zum Beispiel mit dem Nationalen Allokationsplan, der eindeutig den Bau neuer Kohlekraftwerke begünstigt. Und so haben die ersten Stromversorger bereits den Bau neuer Kohlekraftwerke beantragt. Die Firma RWE will in Neurath zwei neue Kraftwerksblöcke bauen. Dieses neue Kraftwerk würde der größte Einzelemittent von CO2 in Europa und soviel CO2 ausstoßen wie ganz Neuseeland in einem Jahr.
Greenpeace fordert von Politik und Wirtschaft, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Der Aufbruch in eine klimafreundliche Energieversorgung muss jetzt beginnen. Klimakiller wie Braunkohlekraftwerke haben in unserer Zukunft keinen Platz mehr.
(Autorin Ruth Drenckhan, V.i.S.d.P. Jonas Mey)