
Kohlendioxid in der Atmosphäre bedroht unser Klima. Seit den Siebziger Jahren ist die Temperatur bis heute weltweit bereits um 0,8 Grad angestiegen. Die Auswirkungen sind jetzt schon spürbar. Flutkatastrophen, Dürren, Hitzewellen und Sturmtiefs nehmen zu und werden heftiger. Sie bedrohen nicht nur Menschen sondern auch Tierarten und ganze Ökosysteme.
Wissenschaftler haben errechnet, dass die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts durchschnittlich um nicht mehr als 2 Grad ansteigen darf, soll der totale Klimakollaps verhindert werden.Mit dem Kyoto-Protokoll zum Schutz des Klimas haben die Industrieländer die Verpflichtung übernommen, ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um zwanzig Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Das internationale Wissenschaftlerforum der Vereinten Nationen (IPCC) gibt die Richtung klar vor: Um die schlimmsten Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels aufzuhalten, müssen die Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2050 international um 80 Prozent gesenkt werden. Ohne den Einsatz der Windenergie an Land und auf See ist dieses Ziel weder weltweit, noch für Europa oder für Deutschland erreichbar.
Eine neue Studie zeigt, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts über ein Drittel des weltweit benötigten Stroms mit Wind erzeugt werden kann. Das entspräche einer Einsparung von etwa 4,7 Milliarden Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid im Jahr 2050. Greenpeace und der Weltwindenergieverband (GWEC) haben die Studie am 20. September 2006 veröffentlicht.
Die Studie beschreibt drei unterschiedliche Entwicklungsszenarien für den Ausbau der weltweiten Windenergienutzung. Bei einem ambitionierten Ausbau setzt sie voraus, dass alle notwendigen politischen Möglichkeiten zugunsten von Erneuerbaren Energien umgesetzt werden.
Bisher werden die Erneuerbaren Energien, also auch die Windkraft, durch zahlreiche Hemmnisse an ihrer Entwicklung gehindert. Dazu gehören Markteintrittsbarrieren, die Privilegierung der fossilen und atomaren Energien sowie eine fehlende Berücksichtigung von Umweltfolgekosten, die durch die Nutzung fossiler und atomarer Energie entstehen.
Rund um den Globus sind zurzeit 59.000 Megawatt Windkraftleistung am Netz. Weltmeister ist laut Studie Deutschland mit über 18.000 Megawatt installierter Leistung. An zweiter Stelle steht Spanien mit 10.027 Megawatt, gefolgt von den USA mit 9.149 Megawatt.
Doch Deutschland ist dabei, seine Spitzenreiterposition zu verspielen. Die Entwicklung der Windkraft auf See steckt hierzulande fest. Während immer mehr Länder die ersten Parks errichten, um das Windpotential auf See zu nutzen, verzögert sich der Start in Deutschland immer weiter. Von den geplanten 500 Megawatt Windleistung bis Ende des Jahres sind wir weit entfernt.
Die Verzögerung beim Ausbau der Offshore-Windenergie gefährdet die mittelfristigen Klimaschutzziele der Bundesregierung. Deshalb muss die Bundesregierung schnellstmöglich Planungssicherheit für Investoren durch verbesserte Rahmenbedingungen schaffen, zum Beispiel in Form von Bürgschaften.