Ökostromanbieter
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- Artikel veröffentlicht am: 07.11.2011,
- Artikel veröffentlicht von: Sigrid Totz
Für seine Stromwechselkampagne im Jahr 1999 hat Greenpeace Kriterien für Ökostrom erstellt. Ein Resultat der Kampagne war die Gründung der Genossenschaft Greenpeace Energy. Wir wollten nachweisen, dass sauberer Strom ohne Atom und Kohle auch wirtschaftlich hergestellt und geliefert werden kann. Greenpeace Energy ist heute mit 20.000 Mitgliedern die größte Energie-Genossenschaft Deutschlands und beliefert derzeit etwa 110.000 Kunden mit sauberem Strom. Greenpeace e.V. hält fünf Genossenschaftsanteile im Wert von 255,65 Euro.
Greenpeace Energy hält folgende Greenpeace-Kriterien ein:
Strommix:
- Kein Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken
- Mindestens 50 Prozent aus erneuerbaren Energien
- Höchstens 50 Prozent aus erdgasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK)
Versorgungskonzept:
- Zeitgleiche Einspeisung nach Bedarf des Kunden
- Kein Einsatz von handelbaren Zertifikaten wie beispielsweise RECS, mit denen Atom- und Kohlestrom zu grünem Strom umetikettiert wird
Förderung von Neuanlagen
- Der Ökostromanbieter muss den Ausbau erneuerbarer Energien und erdgasbetriebener KWK-Anlagen fördern, vorzugsweise durch den Bau eigener Kraftwerke
- Jeder Neukunde muss nach spätestens fünf Jahren zu 100 Prozent mit Strom aus Anlagen versorgt werden, die nicht älter als fünf Jahre sind. Nur dann leistet jeder neue Kunde über seine Entscheidung Ökostrom zu beziehen einen Beitrag zur Energiewende
- Transparenz und Monitoring
- Regelmäßige Überprüfung und Testierung durch unabhängige Gutachter
Die Kriterien werden regelmäßig bewertet und gegebenenfalls erweitert, um immer auf dem neuesten Stand des Wissens zu sein.
Andere Ökostromanbieter
Es gibt erfreulicherweise inzwischen eine ganze Reihe von Ökostromanbietern, die den Kriterien von Greenpeace nahekommen bzw. sich zu ähnlich guten Kriterien verpflichtet haben. Weitere Ökostromanbieter mit bundesweitem Angebot sind beispielsweise die Lichtblick AG aus Hamburg und die Naturstrom AG aus Düsseldorf. Zudem gibt es auch regionale Anbieter.
Als Stromkunde sollte man darauf achten, einen reinen Ökostromanbieter zu wählen. Nur so lässt sich gewährleisten, dass der Kunde sein Geld nicht einem Anbieter überweist, der zu einem Konzern mit Atom- oder Kohlekraftwerken gehört.