
Jeder Haushalt, der auf sauberen Strom umsteigt, trägt dazu bei, gefährlichen Atomstrom und klimazerstörenden Kohlestrom vom Markt zu verdrängen. Wie ein See wird der deutsche Strommarkt von vielen Bächen gespeist. Je mehr saubere Energie hineinfließt, desto mehr Atom- und Kohlestrom muss weichen. Damit sich wirklich etwas ändert, ist es wichtig, dass dem Atom- und Kohlestrom die wirtschaftliche Basis entzogen wird. Nur so ist ein Ausstieg aus den alten Energien möglich. Aber wo gibt's die neue Energie, die das leistet?
Zwar kämpfen die großen Ex-Monopolisten weiterhin um ihre Vormachtstellung und unterstreichen dies auch durch ihre gigantischen Fusionen. Aber nun schlägt die Stunde der Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn durch die Möglichkeit zur freien Wahl des Stromanbieters können sie nun die Stromproduktion mit gestalten!
Vorsicht ist jedoch geboten: Die trotz der Liberalisierung auf nur noch vier Großkonzerne zusammengeschrumpfte Gruppe der Atomstromer führt viele ökologisch interessierte Kunden mit Ökostromangeboten in die Irre. Sie alle geben sich mit millionenschweren Werbekampagnen ein sauberes Image. Hier lohnt der Blick hinter die Kulissen.
Greenpeace hat 1998 Kriterien festgelegt, wie sauberer Strom erzeugt werden sollte, um die notwendige Energiewende auf dem Strommarkt effektiv zu gestalten. Diese Kriterien wurden im Jahre 2003 weiter konkretisiert:
Sauberer Strom wird danach zu mindestens 50 Prozent aus Wind, Wasser, Biomasse und Sonne erzeugt (der Solarstromanteil beträgt mindestens ein Prozent) und zu maximal 50 Prozent in klimaschonenden, effizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) auf Basis von Gas. Zusammensetzung und Herkunft des Stroms müssen nachvollziehbar offen gelegt werden.
Seit dem 1. Januar 2004 muss der Solarstromanteil nicht in vollem Umfang an die Kunden durchgeleitet, sondern darf auch direkt an den Netzbetreiber gemäß dem neuen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) verkauft werden. Mit dieser Änderung hat Greenpeace auf die veränderte gesetzliche Regelung reagiert.

Die Energiewende ist nur machbar, wenn Großkraftwerke (in Deutschland hauptsächlich Atom- und Kohlekraftwerke) so schnell wie irgend möglich durch dezentrale Solar-, Wind-, Wasser- und Biomassekraftwerke ersetzt werden. Für eine Übergangszeit (bis zur vollständigen Versorgung aus Erneuerbaren Energien) muss die effiziente und klimafreundliche Kraft-Wärme-Kopplung auf Gasbasis einen Anteil des Stroms erzeugen.
Die Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom fordern deshalb eine strenge Regelung für den Neubau von Kraftwerken. Jeder Kunde muss spätestens nach fünf Jahren mit Strom aus Neuanlagen versorgt werden.
Alle Stromanbieter in Deutschland sind verpflichtet, den Strom aus EEG-vergüteten Anlagen anteilig aufzukaufen und an ihre Kunden weiterzuleiten. Das EEG ist eines der weltweit erfolgreichsten Förderinstrumente zum Ausbau regenerativer Energien und zur Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Dieser EEG-Strom darf NICHT als Strom aus Neuanlagen angerechnet werden.
Damit Ökostromkunden sich auch wirklich vom Atom- und Kohlestrom abnabeln, müssen Ökostromanbieter den Strom zur gleichen Zeit erzeugen und ins Netz einspeisen, wie die Kunden den Strom verbrauchen. Eine solche Vollversorgung der Kunden ist mit einem Mix aus 50 Prozent Erneuerbaren Energien und 50 Prozent Gas-KWK heute technisch und wirtschaftlich in großem Umfang machbar - klimafreundlich und atomstromfrei.
Im Wesentlichen haben sich zwei Modelle von Ökostromangeboten etabliert:
Hier bleiben Sie beim alten Stromversorger und zahlen einen Zuschlag zur Förderung von Erneuerbaren Energien an ein weiteres Unternehmen, das den Strom an die Kunden verkauft. Dieses Unternehmen investiert dann einen Teil des zusätzlich eingenommenen Geldes in Projekte zum Aufbau Erneuerbarer Energien.
Nach diesem Modell wird der vollständige Wechsel des Stromversorgers ermöglicht. Ihr neues Unternehmen produziert für Sie Strom aus sauberen Energiequellen - rund um die Uhr. Dafür muss der Ökostromanbieter ein sogenanntes Lastmanagement durchführen, denn sonst können Sie bei Ihrem alten Stromversorger nicht kündigen. So wird Ihnen die Abkehr vom alten Atomstromproduzenten und der Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht - dieses Modell ist aus Sicht von Greenpeace Deutschland das Bessere.
Einen regelmäßig aktualisierten Überblick über Ökostromangebote bietet Stiftung Warentest als Faxabruf (01905-100 108 573, 6 Seiten, 62 Cent/Minute) oder zum kostenpflichtigen Download an: www.stiftung-warentest.de
Im Rahmen der Aktion Stromwechsel von Greenpeace im Jahr 1998 haben 60.000 Menschen mit ihrer Unterschrift erklärt, dass sie Ökostrom beziehen wollen - wenn es ein überzeugendes Angebot zu einem vernünftigen Preis geben würde.
Der nächste Schritt war klar: Greenpeace suchte einen Kooperationspartner, der die strengen Kriterien für eine ökologische Stromversorgung garantieren sollte. Es fanden sich zwar einige Anbieter, die aber in der Praxis Schwierigkeiten hatten, die Greenpeace-Kriterien umzusetzen.
Deshalb blieb nur eins: Die Gründung einer eigenen Einkaufsgemeinschaft für sauberen Strom. So entstand die Genossenschaft Greenpeace energy eG, die dem Ziel der ökologischen Stromversorgung im Sinne der Greenpeace-Kriterien verpflichtet ist und aus verschiedenen Kraftwerken sauberen Strom für ihre Kunden einkauft. Die Genossenschaft gehört ausschließlich ihren Mitgliedern (und nicht Greenpeace e.V.). So ist Greenpeace energy eG frei vom Einfluss der großen Atomkonzerne!
Greenpeace energy eG lässt durch unabhängige Gutachter die Einhaltung der Kriterien für sauberen Strom kontrollieren und veröffentlicht den Prüfbericht. Nur solange diese Kriterien eingehalten werden, darf die Genossenschaft den Namen Greenpeace verwenden.
Es gibt inzwischen zahlreiche Ökostromangebote. Wir empfehlen Greenpeace energy eG, weil sie die strengsten Qualitätskriterien garantiert und als Genossenschaft organisiert ist. Jeder Kunde von Greenpeace energy eG ist ein Erfolg für den Klimaschutz und ein weiterer Sargnagel für die Atomkraftwerke!
[1] Den vollständigen Wortlaut der Kriterien erhalten Sie unter www.greenpeace-energy.de.