
Weltweit schmelzen die Gletscher. Der Meeresspiegel steigt. Ganze Ökosysteme verschwinden, und Arten sterben aus. Überschwemmungen, Dürreperioden, immer heftigere Stürme bedrohen die Menschen. Hunderte Millionen sind klimabedingt von Hungersnöten, Krankheiten oder Obdachlosigkeit bedroht. Die Klimazerstörung ist ein Zeichen globaler Ungerechtigkeit, denn die Auswirkungen werden die Menschen in den ärmsten Ländern am härtesten treffen.

Wir müssen weltweit den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase bis 2050 um die Hälfte reduzieren. Nur wenn wir das schaffen, können wir die schwersten Auswirkungen des Klimawandels abwenden. Für Deutschland bedeutet dies eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 und um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 gegenüber dem Basisjahr 1990. Noch ist es nicht zu spät, doch bisher kommt die Klimaschutzpolitik nur im Schneckentempo voran.
In Deutschland werden trotz der drohenden Klimakatastrophe beispielsweise immer noch neue Braunkohlekraftwerke geplant und gebaut, dabei sind Braunkohlekraftwerke echte Klimakiller. Längst ist bekannt, wie der Ausstoß von CO2, dem wichtigsten Treibhausgas, reduziert werden kann: Sparsamer Energieverbrauch, die Förderung Erneuerbarer Energien und die effiziente Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoffen sind die zentralen Elemente einer zukunftsfähigen Energiepolitik.
Es gibt kein überzeugenderes Argument als das eigene gute Beispiel. Deshalb müssen die Klimagase in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent reduziert werden. Nicht Worte, sondern Taten sind das stärkste Signal an die Welt, endlich mit dem Klimaschutz ernst zu machen.
Greenpeace hat mit der Studie Klimaschutz: Plan B - Nationales Energiekonzept bis 2020
gezeigt, was in Deutschland zu tun ist und welche Lösungen es gibt, um die schlimmsten Folgen der Klimaveränderung abzuwenden. Jetzt fehlt nur noch der politische Wille, die Maßnahmen auch in die Tat umzusetzen.
Auf dem Kompass der Klima-Gerechtigkeit gibt es außer Nord und Süd auch noch die Richtungen Alt und Jung, denn die junge Generation wird die Folgen der bisher noch viel zu müden Klimaschutzpolitik zu spüren bekommen. Jugendliche und zukünftige Generationen scheinen im Kalkül der Entscheidungsträger in Sachen Klimaschutz noch keine große Rolle zu spielen.

Die Jugendlichen in der Greenpeace Jugendkampagne SolarGeneration schauen nicht länger dabei zu,wie politische Entscheidungsträger ihre Zukunft achtlos gegen die Wand fahren. Aufsässig, witzig, spontan und hartnäckig fordert die Greenpeace-Jugend ein Umdenken und Umlenken derer, die heute an den Hebeln von Industrie und Politik sitzen. Seit Juni 2003 setzen sich Greenpeace-Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und damit für den Klimaschutz ein. Ihr Engagement dabei ist vielfältig. Ob beim Minister in Berlin oder auf internationalen Klimaschutzkonferenzen: Um sich für Ihre Zukunft einzusetzen nehmen die Jugendlichen der SolarGeneration bei politischen Entscheidungsträgern kein Blatt vor den Mund.
Aber die Jugendlichen der SolarGeneration packen auch selber an, wenn es um ihre Zukunft geht: Mit zukunftsweisenden, symbolstarken Projekten lassen die Jugendlichen ihre Visionen Realität werden. Mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern bauen Jugendliche Solaranlagen auf Dächer, löten Warmwasserkollektoren zusammen und machen somit Vorschläge für eine effizientere Energienutzung.
Bearing Witness – Zeugnis ablegen. Die SolarGeneration folgt dem Greenpeace-Prinzip der ersten Stunde und ist dort vor Ort, wo die Folgen kurzsichtiger, rücksichtsloser Entscheidungen sichtbar werden: an weltweiten Klima-HotSpots, Brennpunkten des Klimawandels wie abschmelzenden Gletschern, austrocknenden Flussbetten oder im niedersächsischen Gorleben, wo das gefährliche atomare Müll-Erbe für zukünftige Generationen Jahr für Jahr um zwölf Castoren wächst.

SolarGeneration-Projekte gibt es mittlerweile rund um die Welt: in den USA, Australien, Indonesien, auf den Philippinen, in China, Thailand und Indien, in Uganda, England, Frankreich, Holland, in der Schweiz und natürlich in Deutschland. Die Jugendlichen stellen Universitäten auf sauberen Strom um, dokumentieren die Klima-HotSpots oder bauen selber Solaranlagen auf. SolarGeneration macht es den Politikern vor: Klimaschutz ist eine Aufgabe, die weltweit angepackt werden muss! Natürlich treffen die Jugendlichen nicht nur Politiker. In Deutschland ist die SolarGeneration auf Festivals, Konzerten und in Innenstädten aktiv, wo die Jugendlichen Gleichaltrige für ihre Projekte begeistern. Ihre Kreativität, ihr Durchhaltevermögen und die Verantwortung für eine bessere Zukunft stecken an.
Die Politik in Deutschland muss Klimaschutz als Bedrohung der Zukunft ernst nehmen und die junge, sowie nachfolgende Generationen vor dem Klimachaos schützen. Deshalb fordert die SolarGeneration:
Einen Überblick über die Aktivitäten der SolarGeneration im Frühjahr 2007 finden Sie unter www.greenpeace.de/solargeneration2007.
Autor: Markus Semrau