Protest gegen Ölbohrung im Wattenmeer

(Watt-)Wurm drin

Mitten im Naturpark Wattenmeer will der Dea-Konzern nach Öl suchen – ein Unfall wäre verheerend für das Weltnaturerbe. Greenpeace-Aktivisten an Bord der Beluga protestieren.

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Das deutsche Wattenmeer ist faszinierend und weltweit einzigartig – darauf gibt es sogar Brief und Siegel: Seit den Achtzigern sind die Wattenmeergebiete Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Hamburgs Nationalparks, außerdem gehören sie zum UNESCO-Weltnaturerbe. Warum also gibt es Pläne, in dieser besonders schützenswerten Landschaft nach Öl zu suchen?

Es geht um wirtschaftliche Interessen, genau gesagt um die des Erdölkonzerns Dea. Der will Probebohrungen im Wattenmeer vornehmen –  auf die Umweltbedrohung, die von diesem Vorhaben ausgeht, weisen Greenpeace-Aktivisten an Bord der Beluga II heute vor Ort hin. Das Greenpeace-Schiff war bei Flut an eine der geplanten Bohrstellen gefahren, und von dort aus fordern die Aktivisten eine Absage der Politik. „Dea – Keine neuen Ölbohrungen im Wattenmeer“ ist auf einem Banner zwischen den Masten des Schiffs zu lesen.

Das Weltnaturerbe steht auf dem Spiel

Der Protest richtet sich vor allem an den schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck. Dessen Unterschrift wird am Ende über die Dea-Pläne entscheiden: Seit vergangenem Jahr liegt der Antrag für insgesamt vier Bohrstellen den Behörden vollständig vor, seit neun Jahren bemüht sich Dea um eine Erlaubnis. Jörg Feddern, Greenpeace-Experte für Öl und mit an Bord der Beluga, appelliert an den Politiker der Grünen: „Wer anerkennt, dass das Wattenmeer ein hohes Schutzgut ist, kann nicht gleichzeitig Konzernen erlauben, dort nach Öl zu suchen.“

Drei der vier geplanten Bohrstellen befinden sich im Gebiet Schleswig-Holsteins, eine weitere im Niedersächsischen Wattenmeer. Die Bohrungen wären eine Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt, die Umweltminister Habeck noch verhindern kann. „Der Nationalpark Wattenmeer und seine geschützte Natur darf nicht dem schmutzigen Geschäft mit Öl zum Opfer fallen“, so Feddern. „Es liegt jetzt an der Politik, diesem Vorhaben den längst fälligen Riegel vorzuschieben.“

Immer wieder kommt es weltweit bei Bohrungen zu folgenschweren Unfällen. Solche Ölkatastrophen haben verheerende Auswirkungen auf den Lebensraum Meer, aber auch auf Küstenregionen. Das Risiko im Wattenmeer ist hinsichtlich des erwarteten Ertrags zudem absolut unverhältnismäßig: Dea vermutet rund 20 Millionen Tonnen Öl unter der Oberfläche – eine Menge, die den Bedarf Deutschlands gerade einmal zwei Monate decken könnte. „Es gibt bei den Ölplänen von Dea nur einen Gewinner, nämlich Dea selbst“, sagt Feddern.  „Den wahren Preis zahlt im Falle eines Ölunfalles die Natur, und damit die wunderbare Tier- und Pflanzenwelt im Wattenmeer.“

>> Mitten im Nationalpark Wattenmeer will der Ölkonzern Dea erneut nach Öl bohren. Fordern Sie Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck auf, die Probebohrungen nicht zu genehmigen.

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DEA will im Wattenmeer nach Öl bohren

Der Ölkonzern Deutsche Erdöl AG, kurz Dea, hält trotz massiver Kritik an seinen Plänen fest, in der geschützten Region des Wattenmeeres nach Öl zu bohren.
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