Die tägliche Katastrophe

Die Gier nach Öl

Im Jahr 2013 wurden weltweit gut 4.100 Millionen Tonnen Öl gefördert und knapp 4.200 Millionen Tonnen verbraucht. Für Öl werden Wälder und Meere geopfert, Landschaften zerstört. Öl vergiftet Luft und Gewässer, Nahrung und Gesundheit.

Erdöl - schwarze Pest

Weltweit steigt der Ölverbrauch, vor allem der Verkehr schluckt gewaltige Mengen. Ein Ende des Trends ist trotz zunehmend schwieriger Bedingungen bei der Förderung nicht in Sicht.

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Während die weltweiten Kohlevorräte Schätzungen zufolge noch etwa 200 Jahre reichen, rüstet sich die Ölindustrie zum Run auf die letzten Reserven. Schätzungen zufolge werden die Ölfelder in etwa 60 Jahren ausgebeutet sein. Wenn der letzte Tropfen Öl aus der Erde gepresst ist, wird diese Industrie weltweit eine Spur von Katastrophen und Umweltverschmutzungen hinterlassen haben.

Weltweit gibt es geschätzt bis zu 70.000 produzierende Erdölfelder. Knapp ein Prozent davon sind sogenannte Giant oil fields (Riesenölfelder). Sie enthalten mindestens 500 Millionen Barrel förderwürdiges Öl. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern. Die 100 größten Ölfelder decken allein die Hälfte der weltweiten Produktion ab. Doch die geförderte Menge nimmt ab. Die meisten Felder verzeichnen einen Produktionsrückgang um rund sieben Prozent jährlich. Um den Rückgang aufzufangen, müssten die Ölreserven Saudi-Arabiens – derzeit 36,3 Milliarden Tonnen - alle drei Jahre neu entdeckt werden. 

Jagd auf die Reserven

Schon jetzt greift die Ölindustrie nach allem, was irgend Öl enthält. Auf der Jagd nach dem schwarzen Gold dringt sie in immer entlegenere Regionen vor und macht auch vor sogenannten unkonventionellen Lagerstätten nicht halt. Die hier lagernden Ölvorräte sind nur mit hohem technischen Aufwand und zum Teil extrem negativen Folgen für die Umwelt zu gewinnen. Weltweit gibt es mehr als 500 Tiefseeprojekte, an denen die großen Konzerne beteiligt sind. Selbst die Arktis ist nicht mehr vor ihnen sicher. Die dreckigste Art der Gewinnung findet derzeit wohl in der kanadischen Provinz Alberta statt: der Ölsandabbau.

Das Ölsand-Geschäft ist äußerst energieintensiv und setzt dreimal so viele schädliche Klimagase frei wie die konventionelle Ölförderung. Auf rund 149.000 Quadratkilometern – das entspricht der Größe Englands - werden Waldflächen, Erde und Torf abgebaggert, um das Öl aus dem Erdboden zu filtern. Auch der nördliche Nadelwaldgürtel Kanadas soll dem Tagebau weichen. Etwa 8,73 Milliarden Tonnen CO2 sind in diesen Wäldern gespeichert.

Währenddessen steigt der Ölverbrauch von Jahr zu Jahr. 2013 wurden laut BP Statistical Review weltweit täglich 91,3 Millionen Barrel Öl verbraucht. 61 Prozent dieser gigantischen Menge schluckte das Transportwesen, davon 80 Prozent der Straßenverkehr.  Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag 2013 bei etwa 1,5 Tonnen. Öl ist aus unserem heutigen Leben nicht wegzudenken. Es treibt nicht nur unsere Autos an, es steckt auch in Waschmitteln, Farbstoffen, Pharmazeutika und Kunststoffen. Jede Plastiktasche aus dem Supermarkt enthält ungefähr einen Liter Öl. Lassen wir sie doch einfach dort liegen!

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