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Die Ölpest-Patrouille

Greenpeace-Aktivisten lassen sich nicht einschüchtern. Knapp ein Jahr nach der Festnahme der Arctic30 starten Greenpeace-Aktivisten jetzt eine Ölreinigung im Norden Russlands.

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Die Aktivisten haben in Sibirien ein Camp aufgeschlagen und werden während der kommenden zwei Wochen in der Komi-Region Ölverschmutzungen lokalisieren, kartographieren und reinigen.

"Leider verseuchen russische Ölfirmen aufgrund der geringen Strafen immer noch in erheblichen Maß die Umwelt“, sagt Wladimir Chuprov, Leiter der Energiekampagne von Greenpeace Russland. „Die Rohrleitungen sind verrostet und so versickern jedes Jahr bis zu 4,5 Millionen Tonnen Öl. In der Komi-Region hat die Ölindustrie in ein paar Jahrzehnten das Leben der indigenen Bevölkerung ins Elend gestürzt. Aber man kann die gleichen rostigen Rohrleitungen, verölten Seen und toten Wälder auch im Gebiet um Tomsk sowie in vielen anderen Regionen sehen“, sagt Chuprov.

Ganz groß im dreckigen Geschäft

Offiziellen Berichten zufolge kommt es in Russland durch gebrochene Ölpipelines jährlich zu über 10.000 Ölunfällen. Experten schätzen, dass so etwa 4,5 Millionen Tonnen Rohöl in die Umwelt gelangen. Die Ölkonzerne übernehmen seit Jahren keine finanzielle Verantwortung für die ökologischen Katastrophen in den Ölförderregionen.

Und das obwohl die Konzerne inzwischen durchaus die technischen wie auch finanziellen Möglichkeiten hätten, um die Rohrleitungen ordnungsgemäß instand zu halten. Laut dem russischen Umweltminister Sergey Donskoy würde die Modernisierung der Pipeline-Netze die Unternehmen rund 1,3 Billionen Rubel (26 Milliarden Euro) kosten. Zum Vergleich: Der Nettogewinn der Ölgesellschaften in Russland im Zeitraum von 2007 bis 2011 betrug 4,9 Billionen Rubel (98 Milliarden Euro). Die Ölfirmen ziehen es jedoch vor, an den Kosten für Sicherheit und Gesundheit von Umwelt und Bevölkerung zu sparen. Möglich ist das vor allem, weil die russische Gesetzgebung und die Aufsichtsbehörden dies erlauben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Greenpeace-Aktivisten die Folgen von Ölunfällen in Russland beseitigen. Bereits vor vierzehn Jahren haben Umweltschützer einen Bereich in Surgut in Sibirien gereinigt. 2007 halfen Aktivisten, einen Küstenabschnitt nahe der Bucht von Taman zu säubern. In unserem Online-Paper können Sie Jörg Feddern von Greenpeace Deutschland auf seiner Recherchereise in die Komi-Region begleiten.

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