Auf dieser Seite haben wir für Sie die letzten Presseerklärungen zum Thema Chemie zusammengestellt.

Zur Illustration des Berichtes wurden unter anderem ein Greenpeace-Weintrauben-Video aus dem Jahr 2008 und Bilder von Greenpeace-Aktivitäten aus den Jahren 2006 und 2007 verwendet. Zu dieser Zeit hat Greenpeace in verschiedenen Pestizidtests nachweisen können, dass Obst und Gemüse häufig mit erhöhten Konzentrationen von Pestiziden belastet sein können.
Unter anderem schreibt Greenpeace 2007: In einer Probe Tafeltrauben der Supermarktkette Billa (REWE Österreich) wurde die akute Referenzdosis um das 2,6-fache überschritten. Bei dieser am höchsten belasteten Probe hätte bereits der Verzehr von etwa 10 Traubenbeeren (mit jeweils 0,6 Gramm) durch ein Kleinkind mit einem Gewicht von 12 Kilogramm genügt, um den Grenzwert zu erreichen.
Wie Panorama richtig feststellt, hat sich die Situation der Pestizidbelastungen in den vergangenen Jahren auch Dank der Arbeit von Greenpeace deutlich verbessert. Alle großen Supermarktbetreiber haben inzwischen Pestizidreduktionsprogramme aufgelegt. Besonders giftige Pestizide werden häufiger vermieden. Die Handelsketten legen in der Produktion von Obst und Gemüse nun deutlich strengere Maßstäbe als die gesetzlichen Vorgaben an.
Dennoch zeigen Untersuchungen von Greenpeace sowie die Daten der staatlichen Lebensmittelkontrolle, dass auch heute noch etwa 80 Prozent des hierzulande verkauften Obstes sowie 50 Prozent des Gemüses Pestizide enthalten. Glücklicherweise überwiegend in deutlich geringeren Konzentrationen als noch in den Jahren 2006 und 2007. Greenpeace legt Wert auf die Feststellung, dass Pestizide, die krebserregend oder fortpflanzungsschädigend sein können, in Lebensmitteln nichts zu suchen haben. Zumal eine funktionierende Alternative, der kontrolliert biologische Anbau von Obst und Gemüse, existiert.
Im Ratgeber Essen ohne Pestizide - Einkaufsratgeber für Obst und Gemüse (März 2012) sowie der dazu gehörenden Hintergrundinformation hat Greenpeace die aktuelle Situation analysiert: In der Broschüre wird gelistet, welche Fruchtsorten aus welchen Herkunftsländern auch heute noch durch Pestizid-Höchstmengenüberschreitungen auffallen und welche Lebensmittel empfehlenswert sind.
Das eigene Bewertungssystem für die Belastung von Pestiziden in Lebensmitteln hat Greenpeace in diesem Jahr nach wissenschaftlichen Erkenntnissen überarbeitet. Darin wird ein Vorschlag für die Bewertung von sogenannten Mehrfachbelastungen (mehrere Pestizide in geringer Konzentration auf einer Frucht) beschrieben. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine Kombinationswirkung - eventuell sogar eine verstärkende Wirkung - bei mehreren gleichzeitig aufgenommenen Schadstoffen nicht ausgeschlossen werden kann. Viele Obst- und Gemüsesorten kommen mit einem ganzen Cocktail verschiedener Chemikalien ins Labor. Spitzenreiter in den Untersuchungen der staatlichen Lebensmittelüberwachung aus dem Jahr 2009 war eine Probe türkischer Tafeltrauben mit 24 Pestiziden.
Die von Greenpeace untersuchten Pestizid-Cocktails in Lebensmitteln wurden in dem Panorama-Beitrag völlig ausgeklammert. Das ist bedauerlich. Beispiel Gewürze: Greenpeace hat nicht behauptet, dass die Menge von beispielsweise Currypulver auf einer Wurst gesundheitlich bedenklich ist. Aber die Mischung macht's: In Laboruntersuchungen stellte sich heraus, dass bis zu 20 verschiedene Chemikalien in Currypulver enthalten waren. Auch in Strauchbeeren hatte Greenpeace Mehrfachbelastungen festgestellt.
Für Greenpeace ist es eine Frage des vorbeugenden Verbraucherschutzes, diese Mehrfachbelastung zu minimieren. Daher fordern wir die staatliche Lebensmittelüberwachung auf, einen Vorschlag für die Bewertung von Pestizid-Cocktails vorzulegen. In der EU werden Pestizide nur einzeln bewertet, Grenzwerte für Mischungen gibt es bisher nicht.
Dennoch gibt es auch von staatlicher Seite oft Anerkennung für die Greenpeace-Pestizidkampagne. So unterstützte das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) - im Panorama-Beitrag ausschließlich als Greenpeace-Kritiker platziert - erst im vergangenen Jahr die Ergebnisse einer Greenpeace Paprika-Untersuchung. Im Januar 2011 fielen Paprikamischungen (Mix-Paprika Tricolor) mit zu hohen Ethephon-Werten auf. Die Chemikalie Ethephon beschleunigt den Reifeprozess. Den Verzehr der bunten Paprika schätzte das BfR - im Gleichklang mit Greenpeace - für Kinder als mögliche Gesundheitsgefährdung ein.
Im Jahr 2008 ist Greenpeace zudem mit dem Preis von Almeria ausgezeichnet worden. Greenpeace hat nach Auffassung von Regierungs- und Handelsvertretern der südspanischen Provinz maßgeblich dazu beigetragen, dass die Region vermehrt auf umweltverträgliche Anbaumethoden in der Landwirtschaft setzt. Der Sinneswandel erfolgte nicht ganz freiwillig: Die Provinz Almeria hatte diverse deutsche Großkunden verloren, weil Greenpeace-Tests wiederholt zu hohe Pestizidbelastungen in Obst und Gemüse aus der Region nachgewiesen hatten. So steckten zum Beispiel in Paprika Spritzmittel, die in der EU längst verboten waren. Heute wird in in weiten Teilen Almerias schonender angebaut: Zur Schädlingsbekämpfung setzen Obst- und Gemüsebauern nun statt giftiger Insektizide auch nützliche Insekten wie Raubmilben, Schlupfwespen und Marienkäfern ein.
(Autor: Manfred Santen)

Alle Betriebe wurden von den Behörden vorerst gesperrt. Als akut gesundheitsgefährlich gelten die um das bis zu sechsfache über den zulässigen Höchstmengen nicht, problematisch ist die chronische Toxizität. Es ist unbekannt wie viel Dioxin beispielsweise Krebs auslösen oder störend in den Hormonhaushalt eingreifen kann. Unstrittig ist aber, dass Dioxin diese Eigenschaften hat. Deshalb gilt das Vorsorgeprinzip: In Eiern haben die Chemikalien nichts verloren.
Völlig unklar ist bisher die Herkunft der Belastungen. Das Futter der Legehennen konnte zunächst nicht als Quelle ausgemacht werden. Zudem fehlen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den betroffenen Betrieben. Die Behörden sollten hier ihre Anstrengungen verstärken und schnellstmöglich die Ursache der Belastung ausfindig machen um weitere Fälle vermeiden zu können.
Neben Futtermitteln kommen auch belastete Auslaufflächen als Quelle infrage. Diesen Altlasten sind biologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe gleichermaßen ausgesetzt.
Fragen wirft indes die späte Benachrichtigung der Behörden auf. Bereits am 15. März waren die erhöhten Werte in Nordrhein-Westfalen auffällig geworden, die Behörden aber erst nach einer zweiten Untersuchung benachrichtigt worden. Hier wäre im Sinne eines vorsorgenden Verbraucherschutzes schnellere Kommunikation und Reaktion gefordert gewesen.
(Autor: Dirk Zimmermann)

Die bei Biene Maja und ihren Freunden beliebten Pollenklößchen
sind eine bittere Kost: Mit dem Pollenstaub nehmen Bienen Insektizide zu sich, die ihre Orientierung beeinflussen – sie finden den Weg zu ihrem Volk nicht mehr. In Bienenstöcken hat sich zudem weltweit die aggressive Varroamilbe (Varroa destructor) eingenistet. Der Parasit beißt sich an der Biene fest und schwächt sie.
Das Fachjournal Science veröffentlicht heute die Ergebnisse von zwei Studien mit Bienen und Hummeln. Wissenschaftler aus Frankreich und Großbritannien entdeckten, dass sogenannte Neonicotinoide (wie Clothianidin, Thiametoxam Imidacloprid) Bienen verwirren und Hummeln dezimieren. Zudem bringen die Hummeln weniger Königinnen hervor. Deren Zahl beeinflusst die Zahl der neuen Nester.
Das weltweit bestverkaufte Insektizid Imidacloprid stammt vom Chemiehersteller Bayer CropScience. Der jährliche Absatz in Deutschland liegt im Bereich von 25 - 100 Tonnen, über 1.000 Tonnen werden in etwa 120 Länder exportiert. Der Wirkstoff wird seit den 1990er-Jahren eingesetzt. Das als besonders gefährlicher Bienenkiller
bekannte Insektizid Clothianidin hat das dritte Jahr in Folge eine Sonderzulassung für die Bekämpfung eines Mais-Schädlings vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.
Als Konsequenz aus den Studien muss Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Sonderzulassung des Bienengiftes zurücknehmen
, sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. Landwirte sollten gesetzlich verpflichtet werden, vernünftige Fruchtfolgen einzuhalten. Schädlinge auf dem Acker werden so nachhaltiger bekämpft als durch Chemiekeulen. In Frankreich, Italien und Norwegen ist Chlothianidin als Ursache des Massensterbens von Bienen längst erkannt und verboten.
Für eine ökologisch nachhaltige, landwirtschaftliche Produktion wirbt auch der am Montag veröffentlichte Greenpeace-Ratgeber Essen ohne Pestizide. Mit der richtigen Wahl im Supermarkt und auf dem Wochenmarkt können Verbraucher mithelfen, Umwelt, Tiere und die eigene Gesundheit vor gefährlichen Pestiziden zu schützen.
Autorin: Simone Miller