Die Bleikonzentration im Fluss lag am 18. August 220-fach über demNormalwert. Allein an diesem Tag hat die Elbe so viel Blei mit sichgeführt wie sonst nur in einem Zeitraum von sieben Jahren. Auch dieBelastung des Flussabschnittes mit anderen Schwermetallen wie Cadmium,Kupfer, Zink und Chrom war an dem Tag erheblich erhöht. Im Flutwasserwurde auch ein erhöhter chemischer Sauerstoffbedarf festgestellt, derauf eine starke Belastung mit Chemikalien, Öl und anderen organischenSubstanzen hinweist.
Angesichts der extremen Schwermetall- undChemikalienbelastung des Elbehochwassers kann von einer Entwarnungkeine Rede sein
, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Eine enorme Schadstofffracht wird im Moment den Fluss hinuntergespült.Das Leben in und an der Elbe wird mit diesen Schadstoffen schwer zukämpfen haben.
Für das Chemiewerk Spolana in Tschechien liegen Greenpeace jetztsowohl eigene Messungen als auch Messergebnisse der Behörden vor. DieDioxin- und Quecksilberbelastung im Wasser des überflutetenWerksgeländes war den behördlichen Messungen zufolge trotz derSchutzvorrichtungen am 19.8. stark erhöht. Es ist daher davonauszugehen, dass mit dem ablaufenden Wasser erhebliche Schadstoffmengenin die Elbe gelangten. Darauf weisen auch erhöhte Dioxin- undQuecksilberwerte unterhalb des Chemiewerkes in der Elbe hin. Boden- undSchlammproben, die Greenpeace in der Umgebung des Chemiewerkes entnahm,sind zum Teil stark mit Schwermetallen wie Blei, Zink und Quecksilberbelastet.
In Bitterfeld untersuchte Greenpeace zusätzlich Verdachtsflächen undGebiete im Bereich des Chemieparks, die überflutet werden können. Aufdem Gelände der Firma Organotin fanden sich so hohe Konzentrationen vonSchwermetall und Chlororganika im Boden, dass dieser als Sondermüllanzusehen ist. Dieses Gelände stellt eine Gefährdung für die Umwelt unddas Grundwasser dar und muss dringend saniert werden.
In Magdeburg untersuchte Greenpeace elbnahe Verdachtsflächen undAltlasten. Auf den Geländen der VEB Fahlberg-List, einem ehemaligenKraftstofflager, sowie dem VEB Hartöl und anderen Standorten wurden zumTeil stark erhöhte Schwermetallkonzentrationen in den Böden gefunden.Diese Flächen müssen saniert und besser gegen Hochwasser gesichertwerden.