Das Unternehmen Matarazzo ist unterdessen mit einer sofortigen Geldbuße von 50 Millionen Real (rund 15 Millionen Euro) belegt worden. Das endgültige Strafmaß wird sich aus der technischen Untersuchung des Unfalls ergeben. Umweltministerin Marina da Silva kündigte an, dass die neue brasilianische Regierung keine laschen Umweltstandards dulden werde. Ein solches Verbrechen kann auf keinen Fall ungestraft bleiben
, sagte sie.
Nachricht vom Vortag: Chemiekatastrophe in Brasilien
Dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro droht eine Umweltkatastrophe gewaltigen Ausmaßes. Aus dem geborstenen Rückhaltebecken einer Zellulosefabrik im Nachbarstaat Minas Gerais sind 20 Millionen Liter giftiges Ätznatron ausgelaufen und haben die Flüsse Pomba und Paraiba do Sul verseucht. Vom Unglücksort bis zur Stadt Campos wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.
Sechs Städte mit insgesamt 540.000 Einwohnern sind unmittelbar von dem Unheil betroffen. Die örtlichen Behörden riefen die Bevölkerung auf, kein Wasser aus den beiden Flüssen zu schöpfen und nicht zu fischen. Vieh, das von dem Wasser trank, und zahlreiche Fische starben bereits.
Die Behörden von Rio de Janeiro kritisierten das Vorgehen des Nachbarstaates: Obwohl das Unglück sich bereits am Wochenende ereignete, schlugen die Behörden von Minas Gerais erst 24 Stunden später Alarm, weitere Katastrophenmaßnahmen sollen sogar erst mit drei Tagen Verspätung eingeleitet worden sein. Das Unternehmen Matarazzo Paper and Pulp Company in Cataguazes wurde mittlerweile geschlossen. Die Firma war schon 1995 wegen Umweltverschmutzung aufgefallen und verurteilt worden. (sit)