
Fleißig und unermüdlich summt die Arbeitsbiene von einer blühenden Pflanze zur nächsten - und befruchtet diese dabei ganz nebenbei. Laut Welternährungsorganisation FAO hängt über ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion von bestäubenden Insekten wie Bienen oder Hummeln ab.
Seit mehreren Jahren bedrohen das Bienensterben und der Zusammenbruch ganzer Bienenvölker die Artenvielfalt. Die Kosten, die der Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft entstehen, wenn die Biene als Bestäuber eines Tages ausfallen sollte, sind enorm und werden in der Studie des IVA nicht mit einbezogen. Nach Schätzungen der Universität Hohenheim beträgt der ökonomische Wert der Bestäubung pro Jahr weltweit 70 bis 100 Milliarden Euro und in Deutschland etwa 2,5 Milliarden Euro.
Der IVA bezieht sich lediglich auf den Saatschutz für den Anbau von Raps und Zuckerrüben, den er durch ein Verbot von Neonikotinoiden gefährdet sieht. "Die Sichtweise des IVA ist fatal und absolut nicht nachhaltig. Landwirte sollten gesetzlich verpflichtet werden, eine vernünftige Fruchtfolge einzuhalten. Dadurch werden Schädlinge auf dem Acker nachhaltiger bekämpft als durch toxische Chemiekeulen", sagt Christiane Huxdorff, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

Eine der Ursachen für das Bienensterben, sind Neonicotinoide. Das sind Nervengifte, die häufig in Pflanzenschutzmitteln vorkommen. Sie werden in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt und gelten als hochwirksame Insektizide. Auch für Säugetiere sind sie giftig.
Wissenschaftler aus Frankreich und Großbritannien entdeckten, dass Neonicotinoide (wie Clothianidin, Thiametoxam Imidacloprid) Bienen verwirren und Hummeln dezimieren. Zudem bringen die Hummeln weniger Königinnen hervor. Deren Zahl beeinflusst die Zahl der neuen Nester. Erst im Dezember hat das EU-Parlament eine Studie veröffentlicht, die ebenfalls belegt, dass Neonikotinoide sehr giftig für Honigbienen sind. Schon eine geringe Dosierung könne bei Bienen zu Flug- und Navigationsproblemen führen, die Fortpflanzungsfähigkeit sowie die Fähigkeit der Nahrungssuche reduzieren.
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(Autorin: Mirja Schneemann)